USA Israelischer Spion Pollard nach 30 Jahren frei

Der Fall belastete die Beziehungen zwischen Washington und Jerusalem stark: Der israelische Spion Jonathan Pollard leitete US-Staatsgeheimnisse an den Mossad weiter. Nach 30 Jahren Haft kam er nun vorzeitig frei - unter strengen Auflagen.

Jonathan Pollard (Archivbild von 1991): Erleichterung in Israel
REUTERS

Jonathan Pollard (Archivbild von 1991): Erleichterung in Israel


Jonathan Pollard konnte nach 30 Jahren das Gefängnis von Butler im US-Bundesstaat North Carolina verlassen. Der 61-Jährige kam am Freitag vorzeitig auf Bewährung frei, sagte der Sprecher einer Aktivistengruppe, die Pollard von Israel aus unterstützt. Dort genießt er den Status eines Nationalhelden.

Israels Regierungschef Benjamin Netanyahu äußerte sich in einer ersten Reaktion erleichtert über die Freilassung des gebürtigen US-Amerikaners "nach drei langen und schwierigen Jahrzehnten".

Die Beziehungen zwischen den USA und Israel werden durch die Affäre um den Agenten bis heute belastet. Der für die US-Marine tätige Pollard hatte von Mai 1984 bis zu seiner Verhaftung im November 1985 dem israelischen Geheimdienst Mossad Tausende Dokumente mit US-Spionagematerial aus dem arabischen Raum übergeben. Dafür wurde der gebürtige Texaner zu lebenslanger Haft verurteilt.

Ende Juli entschied eine Bewährungskommission, Pollard vorzeitig aus der Haft zu entlassen. Zu den Auflagen zählt, dass der 61-Jährige die USA fünf Jahre lang nicht verlassen darf. Pollard hat seit 1996 auch die israelische Staatsbürgerschaft.

Pollard hatte als ziviler Analyst bei der US-Marine gearbeitet. Im November 1985 wurde er vor der israelischen Botschaft festgenommen. Er bekannte sich schuldig und wurde 1987 zu lebenslanger Haft verurteilt.

ler/AFP

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