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Uno-Appell an Jordanien: 12.000 syrische Flüchtlinge sitzen in der Wüste fest

Syrische Flüchtlinge überqueren die Grenze nach Jordanien (Archivbild von 2014) Zur Großansicht
UNHCR

Syrische Flüchtlinge überqueren die Grenze nach Jordanien (Archivbild von 2014)

Tausende Flüchtlinge aus Syrien sind an der jordanischen Grenze gestrandet. Die Uno warnt vor ersten Todesfällen und appelliert an das Land, schwache Menschen umgehend aufzunehmen.

An der jordanischen Grenze sitzen nach Angaben der Uno derzeit rund 12.000 syrische Bürgerkriegsflüchtlinge in der Wüste fest. Das Uno-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) zeigte sich am Dienstag "zutiefst besorgt" angesichts der katastrophalen humanitären Zustände, in denen die Menschen dort ausharrten.

Das Hilfswerk warnte vor ersten Todesfällen und forderte Jordanien auf, Schwangere, Ältere und Kleinkinder umgehend ins Land zu lassen. Das Land hatte in den vergangenen Monaten täglich nur ein paar Dutzend Flüchtlinge über die Grenze gelassen, mehr sei wegen der Sicherheitskontrollen nicht möglich. Das Hilfswerk bot an, Jordanien bei der Einrichtung von Checkpoints zu unterstützen, Amman reagierte zunächst weder auf den Appell noch auf das Angebot.

Die meisten Flüchtlinge - fast 11.000 Menschen - saßen laut der Uno in Rokban fest, unweit der Stelle, an der Syrien, Jordanien und der Irak aufeinandertreffen. Tausend weitere Flüchtlinge waren in Hadalat, rund 90 Kilometer weiter westlich, gestrandet.

Das abgeschiedene Gebiet im Nordosten von Jordanien gleicht einem trockenen Niemandsland. Das Flüchtlingshilfswerk berichtete von schweren Krankheiten vor Ort, darunter Magen-Darm-Infekte, Erkrankungen der Atemwege und Hautkrankheiten wie Krätze. Schwangere hätten unter gesundheitsschädlichen Bedingungen entbinden müssen und die Kinder vor Ort seien von Unterernährung bedroht.

Der Andrang an der Grenze zu Jordanien ist wegen der zunehmenden Kriegshandlungen in Syrien zuletzt stark gestiegen. Das Land hat bereits sehr viele syrische Flüchtlinge aufgenommen. Das UNHCR schätzt, dass derzeit mehr als 600.000 syrische Flüchtlinge in Jordanien leben. Das Königreich spricht sogar von 1,4 Millionen Schutzsuchenden - das entspricht 20 Prozent der Bevölkerung des kleinen Landes.

Bundespräsident Joachim Gauck, der zurzeit auf Staatsbesuch in Jordanien ist, hatte Jordanien am Dienstag für seineHilfsbereitschaft in der Flüchtlingskrise gelobt.

sun/AFP/Reuters/AP

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Fläche: 88.794 km²

Bevölkerung: 6,530 Mio.

Hauptstadt: Amman

Staatsoberhaupt:
König Abdullah II.

Regierungschef:Hani al-Mulki

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