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Jordanien: König Abdullah legt Arafat Rücktritt nahe

Jordaniens König Abdullah II. hat den palästinensischen Präsidenten Jassir Arafat aufgefordert, über seinen Rücktritt nachzudenken. Indirekt warf er Arafat vor, ein Hindernis auf dem Weg zu einem Frieden im Nahen Osten zu sein.

König Abdullah II von Jordanien: "Arafat muss einen langen Blick in den Spiegel werfen"
AP

König Abdullah II von Jordanien: "Arafat muss einen langen Blick in den Spiegel werfen"

Amman - Auf die Frage, ob er Arafat als Hindernis auf dem Weg zum Frieden erachte, sagte König Abdullah II. in einem Gespräch mit der "New York Times": "Meiner Meinung nach muss Arafat einen langen Blick in den Spiegel werfen und sich fragen, ob seine Position der palästinensischen Sache hilft oder nicht."

Abdullah spielt eine Schlüsselrolle bei den Friedensverhandlungen im Nahen Osten, weil er enge Kontakte sowohl zu den Palästinensern und den Nachbarstaaten Israels als auch zu den Amerikanern unterhält. Die Forderung des Königs ist ungewöhnlich. Sie ist zwar in Israel und in den USA des Öfteren zu hören, doch äußerst selten in der arabischen Welt.

US-Außenminister Colin Powell hatte dem palästinensischen Präsidenten kürzlich vorgeworfen, sein Handeln und seine Äußerungen machten Fortschritte im Friedensprozess "äußerst schwierig". Powell appellierte an arabische Politiker, Arafat dazu zu bewegen, sein Amt niederzulegen.

Arafat: Ratschlag vom jordanischen König
AFP

Arafat: Ratschlag vom jordanischen König

In dem Interview mit der "New York Times" forderte Abdullah die Vereinigten Staaten außerdem auf, den israelischen Ministerpräsidenten Ariel Scharon dazu zu bewegen, nicht nur jüdische Siedlungen im Gaza-Streifen aufzulösen, sondern auch in der Westbank. Dies sei eine Herausforderung, der sich die israelische Regierung stellen müsse.

Mossad soll Attentat auf Scheich Nasrallah planen

Nach Angaben aus libanesischen Sicherheitskreisen soll Israel Anschläge auf den Generalsekretär der Hisbollah-Bewegung, Scheich Hassan Nasrallah, und weitere Führer der Schiiten-Miliz geplant haben. Aus den Kreisen verlautete, für den Plan habe Israel mehrere Agenten angeheuert.

Eine Palästinenserin, die Hauptverdächtige in dem angeblichen Komplott, sei in der vergangenen Woche verhaftet worden, hieß es. Sie sei vom israelischen Geheimdienst Mossad rekrutiert worden. Ihre Aufgabe sei es gewesen, für die Anschläge Komplizen im Umfeld der Hisbollah anzuwerben. Ihren Angaben nach seien die Vorbereitungen für ein Attentat auf Nasrallah fast abgeschlossen.

Der israelische Verteidigungsminister Schaul Mofas hatte nach der Liquidierung des Hamas-Gründers Scheich Ahmed Jassin gesagt, Israel plane weitere Schläge gegen die radikalislamische Hamas und andere Extremistengruppen, "um den israelischen Bürgern mehr Sicherheit zu bringen". Zuletzt tötete die israelische Armee den Nachfolger Scheich Jassins, Abd al-Asis Rantissi Mitte April im Gaza-Streifen.

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