Hamburg - Die Kraft der Worte reichte für Mohammed Shawabkeh und Mansour Murad nicht aus. Der Parlamentarier Shawabkeh und sein Mitdiskutant, der politische Aktkivist und frühere Parlamentarier Murad, waren zu einer Talkshow des jordanischen Privatsenders Gosat eingeladen worden. Ihr Thema: politische Bewegungen und die Rolle des jordanischen Parlaments.
Doch um den Austausch von Argumenten ging es den beiden Politikern hinter ihren hölzernen Schreibtischen nicht wirklich. Shawabkeh beschimpfte seinen Kontrahenten: "Sie werden als Spion von der syrischen Regierung bezahlt."
Murad erwiderte, Shawabkeh sei "ein von Israel bezahlter Spion des Mossad und ein Dieb". So zitiert "Middle East Online" die beiden Politiker.
Dann ging alles ganz schnell. Shawabkeh schlüpfte aus seinem Schuh, holte ordentlich aus - und schleuderte ihn in Richtung seines Kontrahenten. Der Schuh verfehlte Murad knapp, landete auf dem Schreibtisch vor ihm. Murad duckte sich, stieß den Schreibtisch um, Shawabkeh hielt ebenfalls nichts mehr auf seinem Platz, er ging auf den Gegner zu - und zückte eine Pistole. Erst als der Moderator die beiden wie prügelnde Schuljungen trennte, steckte Shawabkeh die Waffe wieder in sein Jacket.
Der jordanischen Nachrichtenagentur Gerasa sagte Shawabkeh laut al-Arabija, sein Kontrahent habe den Streit angefangen, indem er die Mitglieder des Parlaments als "korrupte Parasiten" bezeichnet habe. Das habe ihn aus der Fassung gebracht.
Murad hat inzwischen eine Anzeige erstattet wegen versuchten Mordes, Beleidigung und Verleumdung. Er sagte der Nachrichtenagentur Gerasa, Shawabkehs müsse als Abgeordneter ein Vorbild sein. Das sei nicht der Fall gewesen - er sei aggressiv gegen eine andere Meinung vorgegangen.
han
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