Nach Piloten-Mord Jordaniens König kündigt "gnadenlosen Krieg" gegen IS an

Jordaniens König will Rache für den vom IS ermordeten Kampfpiloten. Die Terrororganisation bedrohe den gesamten Islam, sagte er. Zwei Terroristen wurden bereits hingerichtet.

Jordanier warten auf ihren König: Sie fordern Vergeltung für ermordeten Piloten
AP/dpa

Jordanier warten auf ihren König: Sie fordern Vergeltung für ermordeten Piloten


Amman - Jordaniens König Abdullah II. hat der IS-Terrormiliz den Krieg angesagt. Er reagierte damit auf ein Aufbegehren aus der Bevölkerung, die Rache für den vom IS ermordeten Piloten Muaz al-Kasaesbeh forderte.

"Unser Krieg wird gnadenlos sein, wir werden diese Clique von Kriminellen suchen und in ihren eigenen Häusern angreifen", kündigte König Abdullah II. nach einem Treffen mit hochrangigen Sicherheitsexperten an. Die Terrororganisation bekämpfe nicht nur Jordanien, sondern den gesamten Islam und seine Werte, sagte der König. Am Morgen wurden bereits zwei zum Tode verurteilte IS-Terroristen hingerichtet.

Der IS hatte zuvor ein Video veröffentlicht, das zeigt, wie der jordanische Pilot bei lebendigem Leib verbrannt wird. Daraufhin brandeten Proteste auf. Medienberichten zufolge zogen mehr als tausend Menschen auf die Straßen und feierten den Piloten als Märtyrer. Sie forderten Vergeltung für den Tod des 26-Jährigen. Auch der Vater des Ermordeten rief die Regierung zu "scharfer Rache" an der Terrormiliz auf. Die Jordanier erwarteten von der internationalen Koalition verstärkte Luftschläge, um den IS zu zerstören, sagte er im Fernsehen.

König Abdullah II. war in den vergangenen Wochen bereits mehrfach wegen seines Umgangs mit syrischen Flüchtlingen unter Druck geraten. Jordanien ist unterdessen gespalten: Viele distanzieren sich von der Problematik in den Nachbarländern. Aber auch Stimmen von IS-Sympathisanten werden laut.

kry/dpa



insgesamt 48 Beiträge
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knok 04.02.2015
1. König Abdullah
Was er da sagt ist nachvollziehbar, klar, gerade in dieser Zeit. Aber er macht den gleichen Fehler, den schon viele vor ihm machten. Gewalt kann man nicht mit Gewalt lösen. Man sieht, was aus den Aktionen der Regierung Bush geworden ist. Ohne seine Politik würde es den IS heute wahrscheinlich nicht geben.
atech 04.02.2015
2. Pflichtprogramm
dem jordanischen König bleibt nichts anderes übrig als jetzt den Racheengel zu geben. Seine Beteiligung am US-Feldzug gegen den IS war in Jordanien schwer kritisiert worden, weil der IS dort viele Sympathisanten hatte. Viele junge, arbeitslose, frustrierte Jordanier schließen sich dem IS an, weil sie meinen, dort eine Zukunft zu haben. Der jordanische Staat rekrutierte seine Armee unter den Stämmen. So auch den verbrannten Kampfpiloten. Will König Abdullah II: jetzt nicht sein Volk gegen sich haben, dann muss er jetzt Rache üben, wie es der Vater des Ermordeten fordert. Sonst riskiert er sein eigenes Leben und seine Herrschaft.
nofreemen 04.02.2015
3. keine Angst vor Virginia Bumerang
Jordaniens König ist ja gelernter Militär. Als Berufssoldat oder Offizier wird er es sich wohl nicht nehmen lassen in der ersten Reihe zu stehen. Ist ja Ehrensache. Obwohl eigentlich Strategen, was ja Könige sind, zu hinters anstehen sollten um den Überblich nicht zu verlieren. Wie dem auch sei, Rache ist süss obwohl die Kinder lin der Schule ernen nicht zurück zu schlagen. Aber Krieg ist Krieg und da gelten eben andere Regeln. Überlegen tut man später, wenn die Zeit dazu noch reicht.
mulli3105 04.02.2015
4. Ich wünsche dem König
dazu alles Gute. Egal mit welchen Mitteln: diese grauenhafte und völlig hirnbefreite Mörderbande IS muss vom Erdboden verschwinden. Aber ich bezweifle, dass Jordanien große Erfolge feiern wird, solange diese Pest von den Ölstaaten finanzielle Hilfe erhält, um ihre irrsinnigen Kreuzzüge weiterzuführen. Die gesamte freie Welt müsste zusammenstehen und mit militärischer Stärke zuschlagen. Sonst endet dieser Albtraum wohl nie...
joki81 04.02.2015
5. Große Worte sind wieder modern
Da bin ich mal gespannt, wie Jordanien den Einsatz gegen den IS nun intensivieren will, so gewaltig schätze ich die Möglichkeiten des jordanischen Militärs nämlich nicht ein. Der Hauptzweck dürfte sein, die Stämme zu einen, damit die Opposition gegenüber Abdullahs Herrschaft nachlässt. Das einzige Militär in der Region, das den IS vernichtent schlagen könnte, sind die israelischen Streitkräfte... diese haben aber an einer Intervention gegen IS und Al-Nusra kein Interesse, weil das Hisbollah und Iran nützen würde.
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