Josefa Idems Steueraffäre: Italiens deutsche Ministerin tritt zurück

Josefa Idem: Sportlegende und Kurzzeitministerin Fotos
AP/dpa

Sie wurde erst im April ins italienische Kabinett berufen, jetzt kostet sie ein Steuerskandal den Ministerposten: Die frühere Kanu-Olympiasiegerin Josefa Idem ist zurückgetreten. Die gebürtige Deutsche war zuvor harschen Angriffen ausgesetzt.

Rom - Die in Deutschland geborene Josefa Idem ist als Italiens Ministerin für Sport und Gleichberechtigung zurückgetreten. Die frühere Kanu-Olympiasiegerin habe ihren Rücktritt am Montagabend eingereicht, gab das Büro von Regierungschef Enrico Letta bekannt.

Unregelmäßigkeiten bei der Steuererklärung kosteten die 48-Jährige das Amt, das sie erst Ende April angetreten hatte. Idem soll in ihrem Wohnort Ravenna von 2008 bis 2011 keine Vermögensteuer für ein Fitnessstudio in ihrem Besitz bezahlt haben. Sie hatte es als ihren Hauptwohnsitz gemeldet, obwohl ihr Mann und ihre Kinder woanders lebten. Erst in diesem Februar, kurz bevor Idem zum ersten Mal für die linke Demokratische Partei (PD) in den Senat gewählt wurde, meldete sie ihren Hauptwohnsitz um.

Der Fall macht in Italien seit Tagen Schlagzeilen. Idem wies die Vorwürfe zurück und sagte, sie sei Opfer einer Schmutzkampagne. Sie räumte allerdings "Unregelmäßigkeiten" bei der Steuerzahlung ein. Bei einer Pressekonferenz zu den Vorwürfen sagte sie am Samstag noch, sie werde "richtigstellen, was richtigzustellen" sei. "Ich bin nicht unfehlbar, aber ich bin ein ehrlicher Mensch."

Besonders von der rechtspopulistischen "Lega Nord" wurde Idem in den vergangenen Tagen hart angegriffen. Ein Parteivertreter nannte Idem gar eine Hure.

Idem lebt seit Ende der achtziger Jahre in Italien und ist seit 1992 italienische Staatsbürgerin, nachdem sie ihren Trainer geheiratet hatte. Sie ist bei acht Olympischen Spielen angetreten, was vor ihr noch keine Athletin geschafft hatte. 2000 holte sie für Italien Olympia-Gold und startete auch 2012 bei den Spielen in London erneut.

fab/dpa

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insgesamt 14 Beiträge
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1. Export von Steuerhinterziehern
raber 24.06.2013
Wenn man Politiker ist, solte man besonders vorsichtig sein. Solche Steuersachen können den Job kosten was in der Privatwirstchft nicht unbedingt gegeben ist.
2. toll,
alibaba2011 24.06.2013
aber was soll das mit der Überschrift"deutsche Ministerin" Sie ist Italienische Saatsbürgerin mit Pass, also schreibt nicht so einen Blödsinn.
3. Noch jemand ohne ???
quark@mailinator.com 25.06.2013
Gibt's noch wen, der erfolgreich UND ehrlich durch's Leben geht, oder schließt das Eine das Andere mittlerweile aus ? Ist es denn derart schwer, der Versuchung zu widerstehen und einfach seine Steuern zu zahlen ??? Und muß man denn, wenn man schon Steuern hinterzieht dann auch unbedingt noch versuchen, Minister zu werden und damit darauf bestehen, moralisch besonders integer zu sein ? Mensch, ekeln solche Personen an. Özdemir ist auch so einer ... aber hey, für paar Jahre die Klappe halten und schon ist man so gut wie neu und taugt wieder als Vorbild für die Ökopartei. Keine Ahnung, aber HABEN die keine unbescholtenen Personen für ihre Posten ?
4. optional
meinung2013 25.06.2013
Steuerbetrug scheint sich zur Kernkompetenz der Deutschen zu netwickeln :-)
5.
wirklich?? 25.06.2013
Zitat von sysopSie wurde erst im April ins italienische Kabinett berufen, jetzt kostet sie ein Steuerskandal den Ministerposten: Die frühere Kanu-Olympiasiegerin Josefa Idem ist zurückgetreten. Die gebürtige Deutsche war zuvor harschen Angriffen ausgesetzt. Josefa Idem tritt nach Steueraffäre zurück - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/josefa-idem-tritt-nach-steueraffaere-zurueck-a-907630.html)
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