Juden in Indien Der verlorene Stamm

Vor allem in Israel, in den USA und Europa leben Juden - aber auch in Indien: Etwa 7000 Männer und Frauen, Anhänger der ältesten monotheistischen Religion, gibt es allein im Norden des Subkontinents.

Daniel Tepper / CAPTA

Sie leben im äußersten Nordosten Indiens, im Grenzgebiet zu Myanmar und Bangladesch: etwa 7000 jüdische Männer und Frauen. Der Fotograf Daniel Trepper hat die Gemeinde im Bundesstaat Mizoram besucht.

Christen stellen die Mehrheit der Bevölkerung in Mizoran. Der Grund: Während der langen britischen Herrschaft über den mehrheitlich von Hindus bevölkerten indischen Subkontinent konvertierten Missionare Ende des 19. Jahrhunderts in Mizoram viele ihrer damaligen Untertanen.

Einige von ihnen wandten sich Jahrzehnte später dem Judentum zu. Die sogenannten "Bnei Menashe" - auf Deutsch: "Söhne Menasses" - behaupten, sie stammen von einem der legendären zehn verlorenen Stämme ab, die im achten Jahrhundert vor Christus von den Assyrern aus dem Heiligen Land verschleppt wurden und anschließend als verschollen galten.

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Jüdisches Leben in Indien: Verborgene Tradition

Es gibt viele solche Gruppen weltweit, neben Indien auch in Nigeria, Uganda und selbst auf den Philippinen. Nicht alle werden vom israelischen Oberrabbinat als Juden anerkannt, diejenigen aus Mizoram jedoch schon. Fast 2000 von ihnen sind bereits nach Israel ausgewandert.

Die, die bislang in Indien geblieben sind, pflegen weiter ihre sehr alten Bräuche. Hierzu zählt auch ein Volkslied, das vom biblischen Auszug der Israeliten aus der ägyptischen Knechtschaft erzählt - und ihnen als Beweis gilt, dass sie Juden sind.

dop



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