Israel Ministergattin entschuldigt sich für rassistischen Tweet über Obama

Die Frau des israelischen Innenministers Silvan Shalom hat auf Twitter einen rassistischen Witz über US-Präsident Obama verbreitet. Judy Mozes hat damit einem Shitstorm entfacht.

Minister Shalom mit Ehefrau Judy Mozes (Archivbild): Rassistischer Obama-Witz
AFP

Minister Shalom mit Ehefrau Judy Mozes (Archivbild): Rassistischer Obama-Witz


"Wisst ihr, was ein Obama-Kaffee ist?", fragte Judy Mozez, die Frau des israelischen Innenministers Silvan Shalom ihre 75.000 Twitter-Follower - und lieferte eine Antwort nach: "Black and weak" - "schwarz und schwach". Den Originaltweet vom Sonntagabend hat Mozes inzwischen gelöscht, zu finden ist er im Netz aber weiterhin.

Das rassistische Wortspiel löste prompt Empörung aus. Entsprechend schnell verschwand der umstrittene Tweet von ihrer Profilseite und Mozes leistete öffentlich Abbitte.

Die prompte Entschuldigung hielt den bereits losgetretenen Shitstorm allerdings nicht mehr auf - das lag womöglich auch daran, dass die USA nach dem Charleston-Attentat derzeit leidenschaftlich über Rassismus debattieren. Viele Nutzer hielten Mozes etwa vor, dass sie sich nicht dermaßen "geschmacklos" und "verachtenswert" äußern dürfe.

Andere Nutzer erkannten die politische Tragweite der Äußerung - immerhin ist Mozes' Ehemann Silvan Schalom im Kabinett von Regierungschef Benjamin Netanyahu seit Kurzem als Innenminister zuständig für den strategischen Dialog mit den USA. Ein Nutzer fragte sich: "Wenn internationale Führungsfiguren rassistische Anti-Obama-Witze auf Twitter posten, stelle man sich mal vor, was sie erst hinter verschlossenen Türen noch alles machen."

Ein anderer Nutzer wies darauf hin, dass der "Obama-Kaffee"-Tweet vermutlich kein Ausrutscher gewesen sei, der primär Mozes' Anhänger in Israel belustigen sollte. Denn sie hatte den fragwürdigen Witz auf Englisch getwittert - und nicht, wie sonst häufig, auf Hebräisch.

Mozes entschuldigte sich schließlich ein weiteres Mal - und versuchte es zunächst erneut mit Humor: "Entschuldigung, falls ich irgendjemanden beleidigt haben sollte. Ich hoffe verheiratet zu bleiben, wenn mein Mann landet und hört, was ich getan habe."

Schließlich lieferte Mozes noch eine Erklärung für Ihre Entgleisung, adressiert an Obama persönlich: Sie habe den Witz, den sie von jemand anderem gehört habe, einfach auf Twitter verbreitet. "Ich mag Menschen, egal welcher Rasse und Religion", schrieb sie dazu.

Abgenommen haben der Politikerin jedoch nicht alle Beteiligten an dieser Debatte ihre Entschuldigung. Ein Nutzer wies Mozes auf Twitter "für die Zukunft" zurecht: "Sie müssen wirklich nicht jeden dummen, rassistischen Witz twittern, den ihnen die Leute über den POTUS (President of the United States - d. Red.) erzählen."

mxw

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