Jüdisches Fest Obamas Stabschef besucht Israel

Der Stabschef des Weißen Hauses, Rahm Emanuel, feiert in Israel die jüdische Bar-Mizwa-Zeremonie seines Sohns - ein wichtiges Fest für junge Juden. Auch wenn es sich um einen Privatbesuch handelt, könnte es zu einem Treffen mit der israelischen Führungsriege kommen.

Rahm Emanuel: Der Stabschef des Weißen Hauses feiert in Israel
REUTERS

Rahm Emanuel: Der Stabschef des Weißen Hauses feiert in Israel


Tel Aviv - Israelische Medien berichteten am Sonntag, Obamas engster Berater sei mit seiner Familie angereist, um diese Woche in Jerusalem den 13. Geburtstag seines Sohns Zach zu begehen. An diesem Tag feiern Juden das Bar-Mizwa-Fest, es symbolisiert die religiöse Mündigkeit jüdischer Jungen.

Nach einem Besuch in dem Badeort Eilat am Roten Meer hätten die Emanuels auch schon eine Tagesreise nach Jordanien unternommen und dort die Felsenstadt Petra besucht, schrieb die israelische Zeitung "Jediot Achronot". In dieser Woche wolle der 50-jährige Emanuel in Jerusalem die Bar Mizwa seines Sohns sowie seines Neffen feiern, dem Sohn des einflussreichen Hollywood-Agenten Ari Emanuel. Die Zeremonie, zu der wichtige israelische Repräsentanten eingeladen seien, könne jedoch aus Sicherheitsgründen nicht an der Klagemauer in Jerusalem stattfinden, hieß es.

Nach Angaben des Onlinedienstes der israelischen Zeitung "Haaretz" wolle Emanuel den Besuch auch dazu nutzen, sich mit Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, Präsident Schimon Peres und Verteidigungsminister Ehud Barak zu treffen.

Umstrittener Berater

Rahm Emanuel, der mit seiner Frau Amy Rule noch zwei Töchter hat, ist für seinen mitunter rüden Umgangston bekannt. In Israel ist er umstritten, weil er als mitverantwortlich für die härtere Linie Obamas gegen den jüdischen Staat gesehen wird.

"Jediot Achronot" zeigte den sonst akkurat gekleideten mächtigen Politiker auf einem Foto in sehr legerer Aufmachung: In weiß-rot geblümten Shorts, weißem T-Shirt und Sportschuhen. Emanuel, dessen Vater aus Israel stammt, sei von dem großen Medieninteresse an seinem Besuch sehr überrascht gewesen, hieß es. "Dies ist ein Familienbesuch, danke", sagte Emanuel zu wartenden Fotografen auf dem internationalen Ben-Gurion-Flughafen bei Tel Aviv.

rom/dpa



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