WikiLeaks-Gründer Assange will sich stellen - unter einer Bedingung

Seit gut drei Jahren haust Julian Assange in der ecuadorianischen Botschaft in London. Am Freitag will er sich nun festnehmen lassen. Doch erst will er noch eine wichtige Entscheidung abwarten.

Assange in der ecuadorianischen Botschaft (Archivbild 2012): Warten auf Freitag
REUTERS

Assange in der ecuadorianischen Botschaft (Archivbild 2012): Warten auf Freitag


Der Fall Julian Assange beschäftigt Politiker und Behörden noch immer, momentan ist es eine Arbeitsgruppe der Vereinten Nationen, die sich mit dem WikiLeaks-Gründer befasst. Konkreter: mit "Untersuchungen zu willkürlicher Inhaftierung im Fall Assange gegen Schweden und Großbritannien". Am kommenden Freitag will das Gremium sein Urteil veröffentlichen - und das wird Konsequenzen für Assange haben.

"Sollten die Vereinten Nationen bekannt geben, dass ich meinen Fall gegen das Vereinigte Königreich und Schweden verloren habe, werde ich die Botschaft Freitagmittag verlassen und mich festnehmen lassen, da es keine realistische Möglichkeit der Berufung gibt", kündigte Assange an.

Sollte er jedoch gewinnen, erwarte er sofort seinen Reisepass zurück. Zudem sollten alle Versuche, ihn festzunehmen, eingestellt werden.

Der Australier lebt seit mehr als drei Jahren in der Botschaft, um einer Festnahme durch Schweden und einer möglichen Auslieferung an die USA zu entgehen. Dort befürchtet er wegen der Enthüllungen seiner Plattform WikiLeaks lebenslange Haft.

Ursprünglich hatte die schwedische Staatsanwaltschaft mehrere Vorwürfe der sexuellen Belästigung und Nötigung gegen den 44-Jährigen erhoben. Abgesehen von dem Vergewaltigungsvorwurf sind die Fälle aber inzwischen verjährt.

Assange hatte das Uno-Gremium nach Angaben einer Unterstützergruppe selbst angerufen. Es trifft sich nach Angaben der Vereinten Nationen bereits seit Dienstag in Genf.

aar/dpa/Reuters



Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 56 Beiträge
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Seite 1
docmillerlulu 04.02.2016
1. Wie es um die Demokratie in Schweden steht...
...werden wir sehen wenn sie dort nach dem Fallenlassen der Anklage wegen sexueller Nötigung als Kollateralschaden Assange an die USA ausliefern. Im Gegensatz zu Snowden ist Assange Journalist, das sollte man nicht vergessen. Zudem, darf man in Länder ausliefern die foltern und abseits der regulären Justiz Geheimgerichte betreiben. Snowden und Assange mögen für die USA keine Gefahr mehr bringen, aber sie sind die wichtigsten Teste um zu sehen wie die Informationskontrolle zukünftig funktionieren wird.
dirkhs 04.02.2016
2. leider
ist Schweden zum Handlanger det USA geworden und hat seine Demokratie abgebaut. Journalisten sind nur noch ein Störfaktor.
GrinderFX 04.02.2016
3.
Zitat von docmillerlulu...werden wir sehen wenn sie dort nach dem Fallenlassen der Anklage wegen sexueller Nötigung als Kollateralschaden Assange an die USA ausliefern. Im Gegensatz zu Snowden ist Assange Journalist, das sollte man nicht vergessen. Zudem, darf man in Länder ausliefern die foltern und abseits der regulären Justiz Geheimgerichte betreiben. Snowden und Assange mögen für die USA keine Gefahr mehr bringen, aber sie sind die wichtigsten Teste um zu sehen wie die Informationskontrolle zukünftig funktionieren wird.
Also wegen der sexuellen Nötigung in Schweden kann er wohl kaum in die USA ausgeliefert werden. Denn auf welcher Grundlage wollen sie das denn tun? Er ist weder Amerikaner, noch hat die Nötigung irgendwas mit der USA zutun.
AusVersehen 04.02.2016
4. Keine Gerechtigkeit
Gerechtigkeit wird Assange nie erhalten. Auch nicht von der von den USA dominierten UNO. Es ist bezeichnend und erschreckend, wie die USA, eine angebliche Demokratie und Rechtstaat in diesem Fall vorgeht. Nicht die Mörder an den unbewaffneten Journalisten und deren Helfer werden verfolgt, sondern diejenigen die den Fall aufgedeckt haben. Manning sitzt schon seit langem im Knast und Assange als Wikileaksgründer soll folgen. Und der Fall der angeblichen VErgewaltigung wirft viele Fragen auf: 1.) ist ein eher schmächtiger Assange in der Lage 2 Frauen gleichzeitig zu vergewaltigen? 2.) ist es für VErgewaltigungsopfer üblich, dass sie ihrem Vergewaltiger am nächsten Tag eine SMS schicken, in der sie sagen wie toll die Nacht war? Hier wurde meines erachtens ziemlich offensichtlich ein Fall konstruiert, um Assange habhaft zu werden und ihn an die USA auszuliefern. Eine Schande für jeden Rachtsstaat. Eine Schande für die USA und für Schweden! Genauso eine Schande ist es, wie die Bundesregierung im Fall Snowden vorgeht. Ihre absolute Unterwürfigkeit den USA gegenüber. Nicht die Rechte der deutschen Bürger, die massenhaft von den USA ausspioniert werden, liegen der Bundesregierung am Herzen. Diese Bundesregierung brach und bricht ihren Diensteid, dem Wohl des deutschen Volkes zu dienen und Schaden von ihm anzuwenden. Diese Bundesregierung dient nur den USA!
Bürger Icks 04.02.2016
5. Don´t kill the messenger!
Aber wer BigBrother auf die Füsse tritt, der wird die ganze Härte des Unrechts erfahren! Wer ist heutzutage "Gut", wer "Böse"?
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