Giftanschlag Britische Polizei veröffentlicht Erklärung von Julija Skripal

"Ich werde jeden Tag stärker": Nach einem Giftanschlag ist Julija Skripal, Tochter des Ex-Spions Sergej Skripal, wieder gesundheitlich stabil - und wendet sich an die Öffentlichkeit.

Julija Skripal (Archivbild)
AFP/ FACEBOOK ACCOUNT OF YULIA SKRIPAL

Julija Skripal (Archivbild)


Der Fall des vergifteten Ex-Spions Sergej Skripal und seiner Tochter Julija sorgt weiterhin für enorme Spannungen zwischen Russland und Großbritannien. Nun ist zumindest die 33-jährige Julija gesundheitlich auf dem Weg der Besserung. "Ich bin vor einer Woche aufgewacht und bin sehr froh mitteilen zu können, dass ich jeden Tag stärker werde", schrieb sie in einer Erklärung, die die Londoner Polizei veröffentlichte.

Die Geschehnisse seien "verstörend" gewesen, heißt es darin weiter. Zudem bittet sie, dass ihre Privatsphäre und die ihrer Familie während ihrer Genesung respektiert werde.

Sergej Skripal und seine Tochter waren vor einem Monat bewusstlos auf einer Parkbank im südenglischen Salisbury aufgefunden worden. London bezichtigt Moskau als Drahtzieher des Attentats. (Details zu den Hintergründen finden Sie hier)

Das russische Staatsfernsehen hatte am Donnerstag bereits einen Mitschnitt eines angeblichen Telefongesprächs mit Julija Skripal veröffentlicht. Darin soll diese mit ihrer in Russland lebenden Cousine gesprochen haben. Auf die Frage nach dem Gesundheitszustand ihres Vaters soll sie geantwortet haben: "Alles ist gut. Er ruht sich aus und schläft. Alle sind bei Gesundheit. Niemand hat irreparable Schäden. Ich werde bald [aus dem Krankenhaus] entlassen. Alles ist okay." Das Gespräch soll rund zwei Minuten gedauert haben. Die Echtheit des Mitschnitts war zunächst nicht bestätigt.

REUTERS

Britische Experten wollen einem Medienbericht zufolge das russische Labor identifiziert haben, aus dem das Gift stammen soll. Dies sei mithilfe von wissenschaftlichen Analysen und der Geheimdienste gelungen, berichtete die Zeitung "The Times". Die Experten seien sich aber nicht zu 100 Prozent sicher. Eine klare Quelle nannte das Blatt nicht. Ein Regierungssprecher wollte den Bericht nicht kommentieren.

Die britische Forschungsanlage Porton Down hatte zuvor berichtet, dass die präzise Quelle für das Gift Nowitschok unklar sei. Das Nervengift soll in der früheren Sowjetunion hergestellt worden sein.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow betonte, Moskau werde die Ergebnisse von Tests, an denen es nicht selbst mitgearbeitet hat, nicht akzeptieren. Er warf der britischen Regierung vor, eine russische Beteiligung daran blockiert zu haben. Deshalb könne Russland das Ergebnis nicht bewerten.

Der Uno-Sicherheitsrat wollte sich an diesem Donnerstag mit dem Fall befassen. Die Sitzung sollte um 21 Uhr (MESZ) in New York beginnen.

vks/Reuters/AP



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