Schuldenkrise Juncker fürchtet Zerfall der Euro-Zone

Euro-Gruppenchef Juncker sieht die Rettung der Gemeinschaftswährung vor der entscheidenden Phase. Es sei "keine Zeit mehr zu verlieren", sagte er der "Süddeutschen Zeitung". Philipp Röslers Spekulationen über einen Austritt Griechenlands bezeichnete er als "Geschwätz".

Draghi, Juncker: Koordinierte Aktion im Kampf gegen die Euro-Krise
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Draghi, Juncker: Koordinierte Aktion im Kampf gegen die Euro-Krise


Berlin - Einer der wichtigsten Krisenmanager warnt vor einem Zerfall der Euro-Zone. Luxemburgs Premier Jean-Claude Juncker sagte der "Süddeutschen Zeitung", um den Euro zu retten, sei "keine Zeit mehr zu verlieren". "Wir sind an einem entscheidenden Punkt angekommen", mahnte der Chef der Euro-Gruppe, des Gremiums der 17 Euro-Finanzminister.

Juncker, der häufig als "Mister Euro" bezeichnet wird, bestätigte, dass sich der Rettungsfonds EFSF und die Europäischen Zentralbank (EZB) darauf vorbereiten, notfalls Staatsanleihen schuldengeplagter Euro-Länder aufzukaufen. Daran bestehe kein Zweifel, sagte er. "Es ist noch zu entscheiden, was genau wir wann machen werden." Dies hänge "von den Entwicklungen der nächsten Tage ab und davon, wie schnell wir reagieren müssen".

Die koordinierte Aktion von EZB und EFSF soll nach SPIEGEL-Informationen wie folgt ablaufen:

  • Der Euro-Rettungsschirm nimmt den Regierungen die Kreditpapiere direkt ab, solche sogenannten Primärmarktkäufe sind den Notenbankern verboten.
  • Die Währungshüter sollen die Papiere von Banken oder Anlagefonds am sogenannten Sekundärmarkt kaufen, um die Zinsen zu drücken.

Das Ziel der Aktion: Gemeinsam können EZB und EFSF die Feuerkraft im Kampf gegen die Schuldenkrise verdoppeln. Juncker lobte ausdrücklich die Rolle von EZB-Präsident Mario Draghi. Dieser hatte in der vergangenen Woche mit der Ankündigung für Aufsehen gesorgt, "alles Erforderliche zu tun, um den Euro zu erhalten". An den Märkten wurde das als Zeichen interpretiert, die EZB könnte wieder im großen Stil Staatsanleihen kaufen - und so die Risikoprämien vor allem von spanischen und italienischen Anleihen senken. "Wenn Draghi spricht und die Märkte reagieren, dann passt mir das sehr gut", sagte Juncker der "SZ". Der EZB-Präsident erzähle ja nichts, was die Regierungschefs nicht auch denken würden. Allerdings sei die "Glaubwürdigkeit der EZB eben höher".

"Geschwätz über Euro-Austritt Griechenlands nicht hilfreich"

Kritik übte Juncker indirekt am deutschen Wirtschaftsminister Philipp Rösler. "Alles Geschwätz" über einen Austritt Griechenlands sei nicht hilfreich, sagte Juncker ohne Rösler beim Namen zu nennen. Wer denke, dass die Probleme der Euro-Zone dadurch behoben würden, dass man das Land ausschließe oder fallenlasse, habe die eigentlichen Ursachen der Krise nicht erkannt. Rösler hatte mit der Äußerung für Aufsehen gesorgt, ein Austritt Griechenlands habe seinen Schrecken verloren.

Juncker sagte nun, Griechenland stehe immer noch "in der Schuld, liefern zu müssen". Aber mit dem Ausschluss des Landes würden die Probleme nicht behoben. "Im Gegenteil. Das Ansehen der Euro-Länder weltweit würde erheblich geschädigt, es würden enorme Folgeschäden entstehen."

Neues Sparpaket in Griechenland

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer stellte sich dagegen an die Seite von Rösler. Ich gebe Philipp Rösler uneingeschränkt Recht", sagte der CSU-Chef dem ZDF. Er wünsche sich, dass Griechenland seine Probleme politisch löst. Sollte dies aber nicht gelingen, dann sei eine Grenze erreicht.

In Athen verständigte sich die Regierungskoalition auf ein neues Sparpaket. Über den größten Teil der Einsparungen in Höhe von 11,5 Milliarden Euro herrsche in der Regierung Einigkeit. Wie aus dem griechischen Finanzministerium verlautete, verschob die Troika aus EU-Kommission, EZB und Internationalem Währungsfonds ihre Abreise aus Athen. Der Sparplan solle zuerst unter Dach und Fach gebracht werden. Mit dem Paket reagieren die Griechen auf die wachsende Ungeduld der internationalen Geldgeber und der deutschen Politik.

cte/dapd/Reuters/AFP

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insgesamt 399 Beiträge
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Seite 1
JohannWolfgangVonGoethe 29.07.2012
1. Schluss Ende Aus!
Zitat von sysopDPAEuro-Gruppenchef Juncker sieht die Rettung der Gemeinschaftswährung vor der entscheidenden Phase. Es sei "keine Zeit mehr zu verlieren", sagte er der "Süddeutschen Zeitung". Philipp Röslers Spekulationen über einen Austritt Griechenlands bezeichnete er als "Geschwätz". http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,847061,00.html
Ich bete, dass dieser Tag eher früher als später eintritt. Schluss mit dem Euro-Wahnsinn.
Baikal 29.07.2012
2. Bleibt der Euro
zerfällt Deutschland. Das ist die Wahl.
genlok 29.07.2012
3.
Im Luxemburgischen Radio hat Herr Juncker vor wenigen Wochen gesagt, dass er keine Zukunft ohne Euro sieht, dass es undenkbar ist den Euro aufzugeben. Alles was er sagt, tun wird etc, sollte man in dem Kontext sehen.
Manollo 29.07.2012
4. Juncker hat Recht!
Jetzt ist Deutschland gefragt um Solidarität zu üben: dem Bundesbürger scheint nicht klar zu sein, dass Europa kein Selbstläufer ist sondern nur mit aktiver Hilfe und weit größerer Opferbereitschaft aus Deutschland den EURO retten kann. Deutsche Sparer und Rentner: ran an die Konten und nicht wie nach Brüssel mit den Überschüssen! Sonst wird es in Spanien, Italien und Griechenland eng und das kann ja keiner ernsthaft wollen!
TangoGolf 29.07.2012
5.
Zitat von sysopDPAEuro-Gruppenchef Juncker sieht die Rettung der Gemeinschaftswährung vor der entscheidenden Phase. Es sei "keine Zeit mehr zu verlieren", sagte er der "Süddeutschen Zeitung". Philipp Röslers Spekulationen über einen Austritt Griechenlands bezeichnete er als "Geschwätz". http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,847061,00.html
Nun, man mag ja im allgemeinen über Rösler denken, was man möchte. Aber wenn eine Aussage als "nicht hilfreich" tituliert wird, sollte man mittlerweile aufhorchen. Vielmehr scheint Rösler gar nicht so Unrecht gehabt zu haben. Sollten deutsche Politiker, die wenigsten noch etwas das Wohl des eigenen Landes im Sinne haben, ebenso offen Ihre Meinung vertreten wie in diesem Fall - düfte das ebenfalls "wenig hilfreich" sein. Zumindest aus Sicht des zunehmend unerträglichen Junkers!
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