Afghanistan Bewaffnete greifen Militärkrankenhaus in Kabul an

In Kabul haben Bewaffnete ein großes Krankenhaus angegriffen. Mindestens drei Menschen sind dabei getötet worden. Ein Mitarbeiter der Klinik schrieb bei Facebook: "Betet für uns".

Polizisten vor dem Sardar Daud Khan-Krankenhaus
JALALI/ EPA/ REX/ Shutterstock

Polizisten vor dem Sardar Daud Khan-Krankenhaus


Im Diplomatenviertel in Kabul waren am Mittwochmorgen zunächst Explosionen und Schüsse zu hören. Inzwischen steht fest: Der Angriff galt dem Sardar Daud Khan-Krankenhaus, einer der größten Kliniken des Landes. Bewaffnete seien in das Gebäude eingedrungen, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums.

Demnach sprengte sich zuerst einer der Täter am Eingang der Klinik in die Luft. Die anderen Angreifer, die teilweise weiße Ärztekittel trugen, seien dann in die Klinik eingedrungen. Sie hätten sich im zweiten und dritten Stock des Krankenhauses verschanzt. Die Klinik sei abgeriegelt worden. Es gebe dort um die 400 Betten. Ein Mitarbeiter des Krankenhauses schrieb bei Facebook: "Angreifer sind im Hospital. Betet für uns." Inzwischen ist das Gebäude geräumt worden.

Laut Nachrichtenagentur dpa meldeten Gesundheitsministerium und Verteidigungsministerium vier Menschen Tote und mehr als 66 Verletzte. Sie Nachrichtenagentur AFP spricht von mindestens drei getöteten Opfern. Behördensprecher sagten, die Zahl steige vermutlich noch. Zwölf der Verletzten seien in kritischen Zustand, unter ihnen neun Frauen und ein Kind.

Die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) gab in einer Stellungnahme via seines Sprachrohrs Amak an, mindestens 100 Menschen getötet zu haben.

Erst am vergangenen Mittwoch hatten islamistische Taliban in Kabul fast zeitgleich zwei Selbstmordanschläge verübt. Dabei und bei einer anschließenden Schießerei wurden nach Behördenangaben mindestens 16 Menschen getötet und 44 weitere zum Teil schwer verletzt.

Vor Beginn ihrer jährlichen Frühjahrsoffensive haben die Taliban landesweit ihre Attentate und Angriffe verstärkt. Bisher hat sich aber keine Extremistengruppe zu dem Angriff auf das Krankenhaus bekannt.

vks/AFP/dpa



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