Kabul Extremisten greifen afghanisches Innenministerium an

Der Anschlag dauerte zwei Stunden: Die Terrormiliz IS hat das afghanische Innenministerium in der Hauptstadt Kabul attackiert. Alle zehn Angreifer sollen getötet worden sein.

Afghanischer Polizist in Kabul
REUTERS

Afghanischer Polizist in Kabul


Die Angreifer kamen am helllichten Tag: Mitglieder der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) haben das Innenministerium in der afghanischen Hauptstadt Kabul attackiert. Ein Ministeriumssprecher sagte, alle zehn Angreifer und ein Polizist seien dabei getötet worden. Die Lage sei mittlerweile wieder unter Kontrolle. Ein Expertenteam sei noch dabei, Sprengstoffwesten zu entschärfen.

Der Angriff im Stadtzentrum nahe dem internationalen Flughafen dauerte knapp zwei Stunden. Nach offiziellen Angaben hatten sich zunächst drei der Angreifer in die Luft gesprengt. Die anderen seien später erschossen worden. Außerdem seien mehrere Polizisten verletzt worden. Mitarbeiter kamen demnach nicht zu Schaden.

Der Sprecher der Grenzpolizei sagte, der Flugbetrieb sei während des Angriffs unterbrochen gewesen. Sicherheitskräfte hatten Medienberichten zufolge in der Nacht nahe dem Airport Waffen sichergestellt. Sie hatten deshalb einen bevorstehenden Angriff auf den Flughafen vermutet.

300 Tote und fast 500 Verletzte - in sechs Monaten

Es war der zehnte schwere Anschlag in Kabul in diesem Jahr mit nun insgesamt knapp 300 Toten und knapp 500 Verletzten. Sowohl die radikalislamischen Taliban als auch die Terrormiliz "Islamischer Staat" hatten sich zu den Angriffen bekannt.

Erst vergangene Woche hatten die Taliban die Zivilbevölkerung gewarnt, sich nicht in der Nähe von Regierungs- oder Militäreinrichtungen aufzuhalten, weil sie weitere Anschläge planten.

Bei Angriffen der Taliban im südafghanischen Kandahar und im Osten des Landes waren bereits am Mittwochmorgen mindestens zehn Sicherheitskräfte und Zivilisten ums Leben gekommen.

dop/dpa/AP



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