Afghanistan Acht Tote bei Bombenanschlag in Kabul

Tausende Menschen waren auf dem Weg zur Arbeit: In der Nähe der US-Botschaft in Kabul hat es am Morgen einen Bombenanschlag gegeben. Ziel war offenbar ein internationaler Militärkonvoi. Es gab acht Todesopfer.

AP

Bei einem Selbstmordanschlag in der afghanischen Hauptstadt Kabul sind acht Zivilisten getötet worden. Weitere 25 Afghanen sind laut einem Sprecher des Gesundheitsministeriums verletzt worden. Laut einem Sprecher der Nato-Mission Resolute Support wurden zudem drei US-Soldaten verwundet.

Der Anschlag ereignete sich in der Nähe der US-Botschaft, als ein Militärkonvoi mit ausländischen Einheiten vorbeifuhr. Eine Reihe von Fahrzeugen seien zerstört oder schwer beschädigt. Augenzeugen zufolge gab es an den gepanzerten Wagen dagegen nur kleinere Schäden.

Der Konvoi war im Rahmen des Nato-Einsatzes "Resolute Support" unterwegs. Die stark gesicherten Fahrzeuge können auch großen Explosionen standhalten und fuhren Militärangaben zufolge nach dem Anschlag wieder zu ihrem Stützpunkt zurück.

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Afghanistan: Selbstmordanschlag in Kabul

Der Anschlag ereignete sich um kurz nach 8.00 Uhr (Ortszeit) nahe der US-Botschaft und dem belebten Verkehrsknotenpunkt um den Massud-Platz. Zu dieser Zeit waren in diesem Teil der Stadt Tausende Menschen auf dem Weg zur Arbeit, vor allem zu Regierungsinstitutionen. In der Nähe liegen der oberste Gerichtshof des Landes und mehrere Ministerien. Bilder zeigten eine dunkle Rauchwolke am Himmel.

Zu den Tätern gab es zunächst keine Informationen. Die radikalislamischen Taliban, aber auch die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) haben in Kabul seit Jahresbeginn bereits mindestens fünf große Anschläge begangen und dabei mehrere Hundert Zivilisten getötet und verletzt. Zuletzt waren vor knapp zwei Wochen mindestens 140 Soldaten bei einem Taliban-Anschlag ums Leben gekommen.

Im jüngst veröffentlichten Uno-Bericht zu den zivilen Opfern des Krieges hieß es, die Hauptstadt Kabul verzeichne im ersten Quartal die höchste Zahl der Opfer von Selbstmordanschlägen und Bombenanschlägen.

cte/max/dpa/Reuters



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