Afghanistan Mehrere Raketen lösen heftige Kämpfe in Kabul aus

Vor wenigen Tagen hatte der afghanische Präsident Ghani den Taliban eine Waffenruhe angeboten. Nun schlugen Raketen in Kabul ein, seitdem gibt es Kämpfe zwischen der Armee und Aufständischen.

Ein afghanischer Sicherheitsbeamter
AP

Ein afghanischer Sicherheitsbeamter


Auf die afghanische Hauptstadt Kabul sind mehrere Raketen abgefeuert worden. Die Attacke löste schwere Kämpfe aus: Die Armee reagierte mit Hubschrauberangriffen auf die Attacke der Aufständischen.

Ein Luftwaffenhelikopter flog im Tiefflug in der Nähe einer Moschee in der Altstadt und feuerte eine Rakete auf die mutmaßliche Stellung der Angreifer ab. Beim Beschuss mit mehreren Raketen waren zuvor nach Angaben des Innenministeriums mindestens zwei Menschen verletzt worden.

Afghanistans Präsident Aschraf Ghani hatte erst am Sonntag den radikalislamischen Taliban eine drei Monate lange Waffenruhe angeboten. Im Juni hatte die Regierung erstmals einseitig eine Waffenruhe mit den Taliban ausgerufen, sie aber nach 18 Tagen für beendet erklärt.

Innenministerium: "Terroristen" haben Gebäude besetzt

Lokalen Medienberichten zufolge schlugen die Geschosse nun im diplomatischen Viertel Kabuls ein, während Präsident Ghani eine Rede zu Beginn des Opferfestes Eid al-Adha hielt. "Die Gruppen, die weiter Gewalt ausüben, auch wenn sie Raketen abfeuern, können die Entwicklung Afghanistans nicht aufhalten", sagte Ghani als Antwort auf die Raketen.

Ein Sprecher des Innenministeriums sagte, "Terroristen" hätten am Morgen ein Gebäude im Stadtviertel Reka Chana besetzt und von dort aus die Raketen abgefeuert. Sicherheitskräfte bemühten sich demnach, zwei mit Sprengstoff beladene Fahrzeuge zu entschärfen.

In den vergangenen Wochen wurden mehrere Male Raketen auf Kabul abgefeuert. Manche landeten in Feldern, andere in Wohnhäusern. Dabei wurden mehrere Menschen verletzt.

In diesem Monat kam es außerdem zu schweren Kämpfen in der ostafghanischen Provinzhauptstadt Ghasni. Die Taliban hatten die Stadt am 9. August angegriffen, es gab tagelange Gefechte. Inzwischen haben Regierungstruppen die Kämpfer wieder aus der Stadt vertrieben.

aev/dpa/AFP



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