Afghanistan Tote bei Explosion in Kabul

Seit Monaten ist Kabul das Ziel extremistischer Anschläge. Nun hat eine Sprengladung mehrere Menschen getötet, weitere wurden verletzt. Der Anschlag galt einem Militärkonvoi.

Afghanisches Sicherheitspersonal am Anschlagsort
AFP

Afghanisches Sicherheitspersonal am Anschlagsort


In der afghanischen Hauptstadt Kabul ist bei einem Anschlag auf einen internationalen Militärkonvoi mindestens ein Zivilist getötet worden. Dabei handelte es sich um ein junges Mädchen, sagte Ismail Kawusi, Sprecher des Gesundheitsministeriums. Zudem kam der Attentäter ums Leben.

Der Sender 1TV berichtete, dass auch ein elf Jahre alter Junge getötet worden sei. Dafür gab es zunächst aber keine offizielle Bestätigung. Mindestens 14 weitere Menschen wurden nach Angaben aus dem Innenministerium laut Medien außerdem verletzt.

Nach ersten Erkenntnissen habe ein Selbstmordattentäter in einem weißen Suzuki-Kleinlastwagen seine Sprengstoffladung neben dem Konvoi gezündet, sagte Polizeisprecher Basir Mudschahid. Bilder auf sozialen Medien zeigten eine hohe, dunkle Rauchwolke. An dem internationalen Konvoi sei wohl kein Schaden entstanden, sagte Mudschahid. Die Nationalität der Soldaten blieb unklar.

Anschlag ein Tag nach Friedenskonferenz

Die Wagen seien auf der großen Dschalalabad-Straße zu einem internationalen Lager unterwegs gewesen oder von dort gekommen, sagte ein weiterer Sprecher des Innenministeriums, Nasrat Rahimi, im afghanischen Fernsehen.

An der Dschalalabad-Straße liegen unweit des Anschlagsorts auch zwei große Wohn- und Arbeitsanwesen der Vereinten Nationen und anderer internationaler Organisationen. In eines war im Sommer auch die deutsche staatliche Entwicklungshilfsorganisation GIZ eingezogen.

In Kabul waren erst am Mittwoch Delegierte aus 26 Ländern für eine Friedenskonferenz angekommen. Sie berieten, wie die afghanische Regierung vor allem mit den radikalislamischen Taliban Frieden schließen könnte. Präsident Aschraf Ghani machte der Organisation ein umfassendes Friedensangebot. Der Krieg hat sich seit dem offiziellen Ende des Nato-Kampfeinsatzes stark intensiviert. Die Taliban halten nach unterschiedlichen Schätzungen 13 bis 40 Prozent des Landes.

Die afghanische Hauptstadt ist in den vergangenen Monaten wiederholt Ziel von Anschlägen islamistischer Gruppen wie der Taliban oder der Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) geworden. Im Januar und Februar haben Extremisten bei Anschlägen ein Luxushotel gestürmt, eine belebte Straße bombardiert und einen Militärkomplex in Kabul angegriffen. Dabei wurden mehr als 130 Menschen getötet.

aev/dpa/AFP/AP



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