Selbstmordattentat in Kabul Taliban attackieren Nato-Konvoi

Ein Selbstmordattentäter der Taliban hat am Sonntag in Kabul einen Anschlag auf einen Konvoi ausländischer Soldaten verübt. Zur Zahl der Opfer gibt es unterschiedliche Angaben.


In der afghanischen Hauptstadt Kabul hat ein Selbstmordattentäter am Sonntag versucht, einen Nato-Konvoi in die Luft zu sprengen. Die radikalislamischen Taliban bekannten sich zu dem Anschlag. Ein Sprecher der US-Truppen in Afghanistan bestätigte den Angriff.

Die Polizei in Kabul teilte SPIEGEL ONLINE mit, der Attentäter sei mit einem mit Sprengstoff beladenen Fahrzeug in einen Konvoi von Nato-Fahrzeugen gefahren. Nach Angaben der Polizei wurden bei der Explosion drei Zivilisten verletzt und zwei Nato-Fahrzeuge beschädigt. Nach derzeitigem Kenntnisstand gebe es keine Opfer aufseiten der ausländischen Soldaten.

Taliban spricht von zwölf Opfern

Ein Sprecher der Taliban gab gegenüber SPIEGEL ONLINE hingegen an, bei dem Anschlag seien zwölf Menschen getötet worden. Er bezeichnete das Attentat als "Racheakt" auf die Bombardierungen der Stadt Kunduz und anderen Provinzen in Afghanistan.

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Selbstmordattentat in Kabul: Explosion zur Hauptverkehrszeit
Die Taliban treten in Afghanistan derzeit wieder verstärkt in Erscheinung. Zuletzt hatten vor rund zwei Wochen Hunderte Talibankämpfer die Provinzhauptstadt Kunduz überrannt, ohne auf nennenswerte Gegenwehr zu stoßen. Danach startete die afghanische Armee eine Gegenoffensive, teilweise unterstützt durch die Nato.

Die meisten Nato-Länder haben ihre Soldaten im vergangenen Jahr aus Afghanistan abgezogen, ein Kontingent von etwa 13.000 Soldaten blieb aber für Ausbildungs- und Trainingsaufgaben sowie für die Terrorismusbekämpfung im Land. Neben etwa 10.000 US-Soldaten sind derzeit auch noch bis zu 850 Bundeswehrsoldaten vor Ort.

cst/dpa/AFP/ Mitarbeit: Shoib Najafizada 



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