Kabul Zahl der Todesopfer nach Anschlag in Diplomatenviertel steigt auf 150

Knapp eine Woche nach einem schweren Anschlag in Kabul korrigiert die afghanische Regierung die Zahl der Todesopfer nach oben: Es kamen fast doppelt so viele Menschen ums Leben wie angenommen.

Tatort in Kabul
JALALI/ EPA/ REX/ Shutterstock

Tatort in Kabul


Mitten im Berufsverkehr erschütterte vergangene Woche eine heftige Detonation die afghanische Hauptstadt Kabul. Ein Selbstmordattentäter hatte sich im Diplomatenviertel in die Luft gesprengt. Nun ist klar, dass er noch mehr Menschen mit in den Tod riss, als bisher angenommen: Präsident Aschraf Ghani zufolge starben mindestens 150 Zivilisten. Zuvor hatten Sicherheitskräfte und Sprecher des afghanischen Gesundheitsministeriums von rund 90 Toten gesprochen.

Der Angriff habe dem gesamten Diplomatenviertel gegolten, sagte Ghani am Rande einer internationalen Friedens- und Sicherheitskonferenz. Behördenangaben zufolge sprengte sich der Attentäter mit einem mit 1500 Kilogramm Sprengstoff beladenen Tanklaster mitten im hochgesicherten Diplomatenviertel in die Luft. Die afghanische Regierung machte das mit den Taliban verbündete Hakkani-Netzwerk für die Tat verantwortlich.

Bei der Explosion wurde die deutsche Botschaft erheblich beschädigt. Nach SPIEGEL-Informationen ergab eine erste Begutachtung der Schäden, dass alle Gebäude für eine Renovierung zu stark beschädigt seien. Auch von Abriss ist bereits die Rede. Eine finale Entscheidung über die Zukunft der Botschaft soll diese Woche fallen.

Auch in den Tagen nach dem Selbstmordanschlag wurde die afghanische Hauptstadt von Gewalt erschüttert. Bei gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften wurden am Freitag vier Menschen getötet. Am Samstag wurden bei einem Anschlag auf die Trauerfeier für eines der Opfer mindestens sieben Menschen getötet.

vks/dpa/AFP

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