Kämpfe in Afghanistan Nato-Soldaten töten 115 Aufständische

Truppen der Nato sind an der Grenze zu Pakistan massiv gegen afghanische Aufständische vorgegangen. Unter Führung der USA wurden bei Gefechten zahlreiche Widerstandskämpfer getötet. Zuletzt hatte der Westen seine Präsenz in der Region massiv verstärkt und damit in Islamabad für Unruhe gesorgt.

US-Soldat an der Grenze zu Pakistan (Anfang Oktober 2011): Schwere Gefechte gemeldet
AFP

US-Soldat an der Grenze zu Pakistan (Anfang Oktober 2011): Schwere Gefechte gemeldet


Kabul - Die Nato erhöht den Druck auf die Aufständischen in Afghanistan. Die Grenzregion zum Nachbarland Pakistan war in den vergangenen Tagen Ziel einer ganzen Serie von Operationen des Militärbündnisses. Dabei wurden im afghanischen Nordosten mindestens 115 Aufständische getötet. Dies gab die Nato am Donnerstag bekannt.

Unter US-amerikanischer Führung seien bereits seit Samstag Nato-Einheiten zusammen mit Angehörigen der afghanischen Armee in der Provinz Kunar gegen Aufständische vorgegangen, hieß es. Die Gegend gilt als eines der Rückzugsgebiete für Widerstandskämpfer. Nach Angaben der Nato handelte es sich bei der Aktion um eine "Serie kleinerer Operationen", die zusammengenommen "eine große Wirkung" gehabt hätten.

Am Vortag hatte US-Außenministerin Hillary Clinton das Land besucht und die afghanische Führung zur Fortsetzung des Versöhnungsprozesses mit den radikalislamischen Taliban ermutigt. Gemeinsam mit Pakistan müsse das Land weiter den Terrorismus bekämpfen, forderte Clinton in der Hauptstadt Kabul.

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Die USA sehen in einer Friedensvereinbarung der Regierung mit den Taliban eine entscheidende Voraussetzung zur Beendigung des Krieges. Dies würde es ihnen auch leichter machen, wie geplant bis Ende 2014 den größten Teil ihrer Truppen aus Afghanistan abzuziehen.

Zuletzt hatten die USA ihre Truppen an der afghanisch-pakistanischen Grenze konzentriert. In Islamabad wächst daher die Sorge vor einem Angriff auf das terroristische Haqqani-Netzwerk, das sich in der pakistanischen Krisenregion Waziristan versteckt.

Pakistans Armeechef Ashfaq Parvez Kayani hatte vor Mitgliedern des Verteidigungsausschusses erklärt, er halte einen Einmarsch von US-Truppen zwar für "unwahrscheinlich". Sollten die USA einen solchen Schritt aber erwägen, sollten sie sich ihn "zehnmal überlegen", so Kayani. Zwar sagte er nicht, wie Pakistan in einem solchen Fall reagieren würde, jedoch erinnerte er die USA daran, "dass Pakistan eine Atommacht ist und nicht mit Irak und Afghanistan verglichen werden kann".

jok/AP

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insgesamt 47 Beiträge
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Seite 1
Ghanima22 20.10.2011
1. dfdsasdaddsa
Zitat von sysopTruppen der Nato sind an der Grenze zu Pakistan massiv gegen afghanische Aufständische vorgegangen. Unter Führung der USA wurden bei einer Serie von Gefechten mindestens 115 Menschen*getötet.* http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,792880,00.html
....und davon hatten 10% sogar eine Waffe.
emobil 20.10.2011
2. na...
Zitat von Ghanima22....und davon hatten 10% sogar eine Waffe.
...Sie wissen ja bestens Bescheid!
Absurdistan-Veteran 20.10.2011
3. <--- fünf Linien im Rechteck
Zitat von sysopTruppen der Nato sind an der Grenze zu Pakistan massiv gegen afghanische Aufständische vorgegangen. Unter Führung der USA wurden bei einer Serie von Gefechten mindestens 115 Menschen*getötet.* http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,792880,00.html
Damit dürfte alles klar sein.
lai 20.10.2011
4. Frage
Im Gazakrieg 2008/09 haben die Israelis ca. 1400 Palästinenser getötet. Diese Zahl kennt jeder, der sich einigermaßen mit diesem Thema beschäftigt. Weiß jemand, wie viele Afghanen von der Bundeswehr getötet wurden?
thrasybulos 20.10.2011
5. ...
Und wenn es 1150 oder 11500 gewesen wären, ändern wird das nichts. Die NATO wird als Besatzungsmacht wahrgenommen, die regelmäßig Zivilisten umbringt. Ihr wird das gleiche Schicksal widerfahren wie vor 20-30 Jahren der UdSSR: eine Menge tote Soldaten, keine Aussicht auf Sieg, Abzug. Zurück bleibt ein zerbombtes, zerrüttetes Land.
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