Kämpfe mit PKK Türkei fliegt massive Attacken gegen Kurden

So entschieden wie jetzt ist Ankara seit Monaten nicht mehr gegen die PKK vorgegangen: Nach dem Tod mehrerer türkischer Soldaten hat die Armee im großen Stil Stellungen der militanten Kurden im Nordirak angegriffen. Allein die Luftwaffe soll insgesamt 60 Ziele unter Beschuss genommen haben.


Ankara - Die Drohung des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan war deutlich, und das türkische Militär setzte sie schnell um: Die türkische Luftwaffe hat nach eigenen Angaben im Nordirak 60 Ziele der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) angegriffen. Zuvor hätte die Artillerie 168 Ziele beschossen.

Nach dem Tod von elf türkischen Soldaten und einem sogenannten Dorfschützer bei einem Angriff kurdischer Rebellen hatte Erdogan ein hartes Vorgehen gegen die PKK angekündigt.

Laut der prokurdischen Nachrichtenagentur Firat waren 13 türkische Flugzeuge an der Militäraktion beteiligt. Angaben über mögliche Verletzte oder Tote machte die Agentur nicht. Es war der erste türkische Angriff auf mutmaßliche PKK-Ziele jenseits der Grenze seit Sommer vergangenen Jahres.

Die PKK hatte am Mittwochmorgen in der Provinz Hakkari im äußersten Südosten der Türkei einen Militärkonvoi mit der Zündung einer Panzermine gestoppt und das Feuer eröffnet. Dabei wurden elf Soldaten und ein Mitglied einer Ankara-treuen Kurdenmiliz getötet.

Die Arbeiterpartei Kurdistans kämpft seit 1984 gegen den türkischen Staat. Seitdem starben bei dem Konflikt mehrere zehntausend Menschen.

hen/AFP/dapd

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sailmaster, 18.08.2011
1. Nichts gelernt
Zitat von sysopSo entschieden wie jetzt ist die Türkei seit Monaten nicht mehr gegen die PKK vorgegangen: Nach dem Tod von mehreren Soldaten hat die Luftwaffe im großen Stil Stellungen der militanten Kurden im Norden des Irak beschossen. Insgesamt 60 Ziele sollen unter Beschuss gekommen sein. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,780906,00.html
Erst wird das Militär, das, im Gegensatz zu anderen Staaten, in der Türkei Garant für die Säkularisierung und Demokratie ist, entmachtet und ohne lange zu fackeln der überstanden geglaubte Bürgerkrieg gegen die Kurden neu entfacht. Das hat System! Die Türkei strebt mit großen Schritten zurück in vergangene Jahrhunderte. Erdogan schafft es, die von vielen gewünschte Annäherung an die EU binnen weniger Wochen zu egalisieren. Bleibt zu hoffen, dass die türkische Bevölkerung ihr Veto einlegt. So, wie sich die Türkei präsentiert, gehört sie definitiv nicht in die EU.
axt119 18.08.2011
2. Kein EU-Beitritt der Türkei
Zitat von sysopSo entschieden wie jetzt ist die Türkei seit Monaten nicht mehr gegen die PKK vorgegangen: Nach dem Tod von mehreren Soldaten hat die Luftwaffe im großen Stil Stellungen der militanten Kurden im Norden des Irak beschossen. Insgesamt 60 Ziele sollen unter Beschuss gekommen sein. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,780906,00.html
Bevor man um einen EU-Beitritt bettelt sollte man doch bitte erst seine Konflikte zuhause lösen.
PdBOF, 18.08.2011
3. Aufschrei
Wenn die Amis in Pakistan afghanische Taliban bombadieren, ist das Geschrei groß. Wo bleibt die Empörung wenn die Türkei einfach einen Souveränen Staat überfällt und dort Bomben und Raketen schmeißt...
Baikal 18.08.2011
4. Ist doch wunderbar, wie Erdogan die..
Zitat von axt119Bevor man um einen EU-Beitritt bettelt sollte man doch bitte erst seine Konflikte zuhause lösen.
.. westlichen Werte verteidigt, ganz wie die Nato in Libyen, in Afghanistan und die Amis im Irak. Da muß er doch geradezu in die EU aufgenommen werden um das große neoliberale Experiment durch noch mehr Lohnsklaven zu vergrößern. Er und seinesgleichen haben die Millionen doch längst im Sack!
friedrichii 18.08.2011
5. nun
Zitat von sailmasterErst wird das Militär, das, im Gegensatz zu anderen Staaten, in der Türkei Garant für die Säkularisierung und Demokratie ist, entmachtet und ohne lange zu fackeln der überstanden geglaubte Bürgerkrieg gegen die Kurden neu entfacht. Das hat System! Die Türkei strebt mit großen Schritten zurück in vergangene Jahrhunderte. Erdogan schafft es, die von vielen gewünschte Annäherung an die EU binnen weniger Wochen zu egalisieren. Bleibt zu hoffen, dass die türkische Bevölkerung ihr Veto einlegt. So, wie sich die Türkei präsentiert, gehört sie definitiv nicht in die EU.
Ich bin nun wahrhaftig kein Freund Erdogans. Aber hier sollte man doch etwas näher hinsehen. Es war die PKK, die durch den Anschlag den Anlaß gab. Es ist auch grundfalsch, die PKK mit "den Kurden" gleichzusetzen. Es gab genügend andere kurdische Organisationen, die nicht militant waren. Sie alle wurden von der PKK niedergekämpft. Mit Mord und Totschlag. Sogar in Deutschland gab es früher entsprechende Taten. Bei der PKK handelt es sich schlicht um eine Terrororganisation, ein Überbleibsel des "Kalten Krieges". Es wäre allerdings interessant zu erfahren, was die PKK veranlaßt, von ihrem nach der Festnahme Öcalans angestrebten friedlicheren Kurs immer mehr abzuweichen.
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