Kambodscha Ex-Militärchef der Roten Khmer gestorben

Eigentlich sollte dem "Schlächter" vom nächsten Jahr an vor einem Uno-Tribunal der Prozess gemacht werden. Jetzt ist Ta Mok, früherer Militärchef der Roten Khmer, im Alter von 80 Jahren gestorben.


Phnom Penh - Nach Angaben seines Anwalts verstarb Ta Mok am Morgen nach mehrtägigem Koma, ohne wieder zu Bewusstsein gekommen zu sein. Im geplanten Prozess zur Aufarbeitung der Verbrechen des Khmer-Regimes in Kambodscha hätte der General eine Schlüsselrolle spielen sollen. Er war seit 1999 wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit unter der Schreckensherrschaft von Pol Pot in einem Militärgefängnis inhaftiert. Ende Juni war der frühere Militärkommandeur der Roten Khmer mit schweren gesundheitlichen Problemen ins Krankenhaus eingeliefert worden.

Ta Mok, Ex-Militärchef der Roten Khmer (Archivbild von 1999): Man nannte ihn auch den "Schlächter"
REUTERS

Ta Mok, Ex-Militärchef der Roten Khmer (Archivbild von 1999): Man nannte ihn auch den "Schlächter"

Zusammen mit dem 69-jährigen Kang Kek Leu, der das Folterzentrum Tuol Sleng geleitet hatte, sollte sich Ta Mok, der wegen der ihm angelasteten Grausamkeiten auch "der Schlächter" genannt wird, vor einem Sondertribunal der Vereinten Nationen verantworten. Die 17 kambodschanische und zehn ausländischen Richter für das Tribunal waren Anfang Juli in Phnom Penh vereidigt worden. Der eigentliche Prozess soll 2007 eröffnet werden und drei Jahre dauern.

Den systematischen Morden der maoistischen Roten Khmer waren zwischen 1975 und 1979 rund zwei Millionen Menschen zum Opfer gefallen. Hochrangige Rote-Khmer-Funktionäre wie Ieng Sary, Nuon Chea und Khieu Samphan wurden seit 1996 amnestiert. Der Führer der Roten Khmer, Pol Pot, starb 1998.

phw/AFP

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