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Kamerun: Boko-Haram-Attentäter verstecken Bomben in Gemüsesäcken - Dutzende Tote

Soldaten aus dem Tschad im Einsatz gegen Boko Haram Zur Großansicht
REUTERS

Soldaten aus dem Tschad im Einsatz gegen Boko Haram

Sie zündeten ihre Bomben auf Marktplätzen: In Kamerun haben Selbstmordattentäter der Terrorgruppe Boko Haram mehr als 20 Menschen ermordet. Offenbar setzten die Angreifer erstmals keine Sprengstoffgürtel ein.

Drei Selbstmordattentäter haben im Norden Kameruns mindestens 25 Menschen mit in den Tod gerissen. Mehr als 60 weitere Menschen seien in der Stadt Bodo verletzt worden, sagte ein zuständiger Vertreter des kamerunischen Militärs der Nachrichtenagentur dpa. Andere Quellen sprachen von mindestens 29 Toten.

Zwei der Täter hätten ihre Sprengsätze auf einem Marktplatz gezündet. Die dritte Bombe sei auf einer Brücke in der Nähe eines Militärlagers detoniert. Nach Angaben eines Sicherheitsbeamten setzten die Attentäter erstmals keine Sprengstoffgürtel ein. Stattdessen seien die Bomben in Gemüsesäcken versteckt gewesen. Vor diesem neuen Vorgehen Boko Harams hatte das Militär von Kameruns Nachbarland Nigeria in der vergangenen Woche Medienberichten zufolge gewarnt.

In der Region um die kamerunische Stadt Bodo, die an Nigeria grenzt, verübt die islamistische Miliz Boko Haram regelmäßig Anschläge. Die sunnitischen Fundamentalisten terrorisieren den Nordosten Nigerias und die angrenzenden Gebiete der Nachbarländer Kamerun, Niger und Tschad. Die Extremisten wollen dort einen sogenannten Gottesstaat errichten - mit strengster Auslegung des islamischen Rechts, der Scharia. Bei Anschlägen und Angriffen der Gruppe wurden seit 2009 schätzungsweise 17.000 Menschen getötet.

Allein im äußersten Norden von Kamerun wurden seit 2013 fast 1200 Menschen bei Angriffen und Anschlägen getötet, wie die Regierung Anfang Januar mitteilte. Am Kampf gegen die Islamisten beteiligen sich neben Nigeria und Kamerun auch der Niger und Tschad.

anr/dpa/AFP/Reuters

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insgesamt 8 Beiträge
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1. aha
TheBlackJack 25.01.2016
Seit Jahren werden diese Terroristen bekämpft, ohne Erfolg. Vielleicht sollte man ihre Geldgeber in Riad bekämpfen...
2. Genau so gefährlich wie der IS,
ziehenimbein 25.01.2016
von denselben Leuten finanziell unterstützt, aber kein Thema für die zivilisierten Staaten, weil die Leidtragenden sich keine Flucht nach Europa leisten können.
3. Es geht Boko Haram wirklich schlecht
stefan.festerling 25.01.2016
Jetzt benutzen diese Terroristen noch nicht einmal mehr Sprengstoffgürtel sondern legen ihre Bomben in Säcken ab, damit sie öfter als einmal Anschläge verüben können. Denen gehen wohl die Freiwilligen aus.......
4.
Atheist_Crusader 25.01.2016
Terrororganisationen sind wie jede andere Organisation aus: es gibt Organisatoren, Techniker, Leute die anpacken... und Leute denen man keine Kugelschreiber in die Hand drücken darf, weil sie ihn innerhalb von dreißig Sekunden kaputt bekommen würden. Selbstmord-Attentate sind gewissermaßen eine Möglichkeit, diese unfähigen Personen doch noch einem Nutzen zuzuführen. Der ideale Terrorist ist nämlich einer, der in der Menge verschwinden und erneut zuschlagen kann. Da wo die Grenze zwischen Terrorismus und Guerillakrieg verwischt (wie eben in Nigeria) und man ganze Gebiete physisch kontrolliert statt unsichtbar in der Masse abzutauchen, hat man natürlich auch noch Bedarf an normalen Kämpfern. Aber selbst dazu sind manche Personen nicht fähig. Dass man diese Praxis beendet, klingt für mich aber nicht nach "dazugelernt". Denn die Taktik, einfach Bomben zu verstecken, ist noch älter als der Selbstmordbomber. Tatsächlich hat die moderne Technik den Verzicht auf das Selbstopfer eher noch begünstigt (man wartet auf die erste ferngesteuerte Autobombe oder den ersten Selbstmordangriff mit einer billigen Zivil-Drohne). Es drängen sich also zwei Vermutungen auf: Entweder will Boko Haram seine Operationen ausweiten und sucht deshalb nach neuen Taktiken... oder sie brauchen jetzt selbst die Versager um eine Waffe in die Hand zu nehmen. Verlässliche Informationen über die strategische lage könnten da mehr Klarheit verschaffen.
5. Titel
huggiii 25.01.2016
Zitat von TheBlackJackSeit Jahren werden diese Terroristen bekämpft, ohne Erfolg. Vielleicht sollte man ihre Geldgeber in Riad bekämpfen...
... es ist nicht nur die finanzielle Unterstüzung durch einzelne Golfstaaten welche den islamischen Terror unterstützt, es ist vor allem das Heer der Prediger in allen Moscheen der Welt welche diesem Irrsinn den Boden bereiten. Erst wenn die muslimischen Gläubigen begreifen dass das ihr ureigenstes Problem ist kann man an einer Lösung arbeiten. Eigentlich nicht schwierig.
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