Entführung im Separatistengebiet Kindergeiseln in Kamerun sind wieder frei

Wenige Tage nach ihrer Verschleppung aus einer Schule sind die knapp 80 entführten Schüler in Kamerun wieder frei. Ein Lehrer und der Schulleiter sind noch in der Gewalt der Kidnapper.

Bekennervideo eines Entführers vom Montag

Bekennervideo eines Entführers vom Montag


Die im Westen von Kamerun entführten Schüler einer kirchlichen Sekundarschule sind wieder frei, zwei Mitarbeiter der Einrichtung befinden sich aber offenbar noch in der Gewalt ihrer Entführer.

"Alle 79 Schüler sind befreit", sagte Kommunikationsminister Issa Bakary Tchiroma, ohne zunächst Angaben zu den genauen Umständen der Befreiung zu machen. Zuvor hatte bereits ein Vertreter der Presbyterianischen Kirche, welche die Schule betreibt, die Freilassung von 78 Kindergeiseln und ihres Fahrers gemeldet.

"Wir danken Gott", sagte Kirchenvertreter Samuel Fonki, demzufolge ein Priester erfolgreich mit den Entführern verhandelt habe. "Der Direktor und ein Lehrer sind aber weiter bei den Kidnappern. Wir beten für sie."

Die Schüler waren am Montag im englischsprachigen Teil des Landes entführt worden. Für die Massenentführung aus der Schule in der Nähe der Provinzhauptstadt Bamenda soll eine Gruppierung verantwortlich sein, die für eine Abspaltung der englischsprachigen Region vom mehrheitlich französischsprachigen Gesamtstaat eintritt.

Allerdings gab es auch Zweifel an der Urheberschaft der Separatisten, die für einen unabhängigen Staat Ambazonien eintreten. Vertreter der Unabhängigkeitsbewegung warfen der Armee vor, die Entführung inszeniert zu haben, um die Separatisten zu diskreditieren.

Viele Angehörige der englischsprachigen Minderheit fühlen sich im mehrheitlich frankophonen Kamerun benachteiligt. Bei den bürgerkriegsähnlichen Kämpfen zwischen Sicherheitskräften und Aufständischen sind bislang schon 600 Menschen gestorben.

cht/AFP/Reuters

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