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Kamerun: Schicksal der französischen Geiseln unklar

Erst hieß es, die in Kamerun gekidnappte französische Familie sei frei. Jetzt dementieren Frankreich und Nigeria. Informationen über den Zustand der sieben Geiseln, darunter vier Kinder, gab es zunächst nicht.

Jaunde/Paris - Die Lage der Franzosen, die am Dienstag in Kamerun verschleppt wurden, ist unklar. Die Regierung Kameruns dementierte die Aussagen eines Offiziers der Armee, die Geiseln seien in Nigeria freigekommen. "Das ist ein verrücktes Gerücht", sagte Kameruns Informationsminister Issa Tchiroma Bakary in der kamerunischen Hauptstadt Jaunde. Wären die Geiseln frei, hätte die kamerunische Regierung dies bereits der französischen Regierung mitgeteilt.

Auch das französische Außenministerium bestätigte eine Freilassung nicht. Das Ministerium "dementiert die Information, wonach die französischen Geiseln freigekommen sind", hieß es in einer am Donnerstag veröffentlichten Erklärung in Paris.

Zuvor hatte ein ranghoher Offizier der kamerunischen Armee AFP gesagt, die Geiseln seien im Norden Nigerias verlassen in einem Haus aufgefunden worden. Der Familie mit vier Kindern gehe es gut, sie befinde sich in der Obhut der nigerianischen Behörden.

Der französische Minister für Veteranen, Kader Arif, der zunächst in der Nationalversammlung in Paris vor den Abgeordneten die Freilassung der Geiseln verkündet hatte, nahm seine Aussage kurze Zeit später zurück. Es gebe derzeit "keine offizielle Bestätigung".

Die französischen Touristen, darunter vier Kinder, waren am Dienstag von bewaffneten Männern entführt worden. Wie es im Umfeld der französischen Botschaft in der Hauptstadt Jaunde hieß, wurden die Urlauber am Dienstag offenbar bei ihrer Rückkehr aus dem Naturpark Waza an der Grenze zu Nigeria verschleppt. Die Franzosen seien in dem Ort Dadanga von den Entführern gefangen genommen worden, die offenbar auf Motorrädern unterwegs waren. Die Geiseln wurden dann in das benachbarte Nigeria gebracht.

Es war das erste Mal, dass westliche Touristen in dem zentralafrikanischen Land entführt wurden, während es vor der Küste Kameruns regelmäßig zu Überfällen durch Piraten kommt. Französische Staatsbürger gelten seit dem Anti-Terror-Einsatz französischer Soldaten im Norden Malis als besonders entführungsgefährdet. Radikale Islamistengruppen haben mehrfach zu Vergeltungsakten aufgefordert.

Im Norden des Nachbarlands Nigeria kam es bereits mehrfach zu Entführungen von Ausländern. Am Montag bekannte sich dort eine islamistische Gruppe zur Verschleppung von sieben ausländischen Mitarbeitern einer Baufirma, darunter ein Brite, ein Grieche und ein Italiener. Die Entführer verwiesen dabei unter anderem auf den internationalen Einsatz gegen islamistische Rebellen im westafrikanischen Mali.

heb/Reuters/AFP

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