Kampf gegen al-Qaida Obama pocht auf Anti-Terror-Einsätze in Pakistan

Mit dem Navy-Seals-Einsatz gegen Osama Bin Laden haben die USA die Regierung in Islamabad blamiert - und sie würden es wieder tun: US-Präsident Obama nannte Aktionen in Pakistan den "richtigen Ansatz" im Kampf gegen al-Qaida. Republikaner verlangen jetzt, Förderprogramme für das Land einzufrieren.

US-Präsident Obama: Aktionen in Pakistan der "richtige Ansatz"
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US-Präsident Obama: Aktionen in Pakistan der "richtige Ansatz"


Washington - Aus Islamabad kommt scharfe Kritik an dem geheimen Navy-Seals-Einsatz gegen Osama Bin Laden - doch US-Präsident Barack Obama behält sich ausdrücklich das Recht vor, weiter gegen Terrorverdächtige in Pakistan vorzugehen. Auf die Frage, ob er erneut einen Einsatz auf pakistanischem Boden anordnen würde, sagte sein Sprecher Jay Carney am Mittwoch, Obama habe dies bereits während des Präsidentschaftswahlkampfs zugesichert. Er sei weiterhin der Ansicht, dass dies der "richtige Ansatz" sei.

Obama hatte 2008 erklärt, er werde gegen Qaida-Chef Osama bin Laden oder andere ranghohe Vertreter des Terrornetzwerks auch in Pakistan vorgehen, wenn die dortige Regierung "unfähig oder nicht willens" sei, zu handeln. Islamabad war über den Einsatz der Spezialeinheiten gegen Bin Laden nicht vorab informiert. Damit habe man verhindern wollen, dass die Aktion auffliegt, hieß es aus Washington.

Dass der Terrorführer in Abbottabad angeblich unentdeckt über Jahre Unterschlupf gefunden haben soll, sorgt für Spannungen zwischen Washington und Islamabad. Es sei "unvorstellbar", dass der Terrorchef keine Unterstützung von Pakistan erhalten habe, sagte Obamas Anti-Terror-Berater John Brennan. "Wir versuchen herauszufinden, wie er in der Lage war, sich dort so lange zu verstecken." Laut dem US-Sender CNN hatte CIA-Direktor Leon Panetta in einer internen Beratung sogar gesagt, die pakistanische Regierung sei "entweder inkompetent oder beteiligt" gewesen. Beides wäre höchst bedenklich, so Panetta weiter. Islamabad wies diese Einschätzung umgehend zurück.

Aber auch im US-Kongress werden Zweifel an der pakistanischen Darstellung laut, nichts von Bin Ladens Aufenthaltsort gewusst zu haben. Die republikanische Abgeordnete Kay Granger forderte angesichts der ungeklärten Rolle Pakistans im Fall Bin Laden sogar, ein 200 Millionen Dollar schweres Hilfsprogramm für Flutopfer auf Eis zu legen. Die Entdeckung, dass der "berühmt-berüchtigste Terrorist der Welt" fünf Jahre lang nur wenige hundert Meter von einer Militäreinrichtung gelebt haben soll, habe seine Sorge vergrößert. Er fürchte, dass Islamabad womöglich "unfähig" sei, die US-Gelder transparent zu verwalten, schrieb Granger in einem Brief an US-Außenministerin Hillary Clinton.

"Felsenfest auf der Seite der USA"

Im Kampf gegen den Terror ist Pakistan eigentlich ein Verbündeter der USA. Die pakistanische Regierung hatte am Dienstag betont, man stehe nach wie vor "felsenfest auf der Seite der USA im Anti-Terror-Kampf". Auch bei der Ortung Bin Ladens will Pakistan nach eigenen Angaben eine bedeutende Rolle gespielt haben: "Wir wussten zwar nichts von der Aktion, aber wir haben seit 2009 Informationen über das Anwesen mit der CIA und anderen befreundeten Geheimdiensten geteilt", heißt es in einer Mitteilung des Außenministeriums.

Es habe Erkenntnisse gegeben, dass sich "einige verdächtige Ausländer" in der Region aufhielten. Die USA und die CIA hätten bestätigt, dass letztlich die vom pakistanischen Geheimdienst ISI zur Verfügung gestellten Informationen zur Tötung Bin Ladens geführt hätten, heißt es in der Erklärung weiter.

Obama hält Bin-Laden-Bilder unter Verschluss

Trotz einer hitzigen Debatte in den USA will Präsident Obama die Fotos des getöteten Bin Laden nicht veröffentlichen. In der TV-Sendung "60 Minutes" kündigte Obama diesen Schritt an, wie der US-Sender CBS vorab auf seiner Webseite berichtet. Eine Herausgabe der Bilder würde "ein nationales Sicherheitsrisiko" darstellen, sagte Obama nach Angaben des Weißen Hauses. Er wolle verhindern, dass die Fotos zu Propagandazwecken missbraucht würden. "Wir sind aber sicher, dass wir Osama Bin Laden getötet haben. Er wird nicht mehr auf dieser Erde wandeln."

Der Sprecher des Weißen Hauses, Jay Carney, sagte, die Bilder seien zweifellos "grausig". Es sei zu prüfen, ob es nötig sei, sie zu veröffentlichen. Bin Laden soll zweimal in den Kopf getroffen worden sein, einmal direkt über dem linken Auge.

jok/AFP/dpa/Reuters

Forum - Der Tod Bin Ladens - ein nachhaltiger Schlag gegen den Terror?
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HansOch 02.05.2011
1. Bin Laden
na, da müsste die Welt ja friedlicher werden H.
woener 02.05.2011
2. Profile
Zitat von sysopEr war der meistgesuchte Mann der Welt: Osama Bin Laden, der Anführer des Terrornetzwerks al-Qaida, ist tot. US-Spezialkräfte haben ihn bei einer Kommandoaktion in Pakistan getötet. Wir die weltweite Terrorgefahr nun geringer?
Es ist ein Name, was hinter diesem Namen alles verborgen ist, das wird verborgen bleiben. Der einzig authentische Zeuge ist tot. Selbst die SPD hat über Herrn Wiefelspütz schon vermelden lassen, dass die Gefahr noch nicht beseitigt ist und die "Terrorschutz - Notstandsgesetze" erhalten bleiben. Ob man in der CDU dann gleich zur umfassenden Einführung aller Notstandsgesetze greift? Die Bespitzelungsgesetze werden nun aber zur Bewährungsprobe für die FDP werden können, eine neue Chance zur Profilierung?
Greg84 02.05.2011
3.
Schlag gegen den Terror? Eher nicht. Ich glaube kaum, dass bin Laden noch an der Spitze der al-Qaida stand, vielleicht hatte er sich auch komplett aus dem "Geschäft" zurück gezogen. Das einzige was der Schlag gegen bin Laden gebracht hat ist die Schaffung eines weiteren Märtyrers. Für Obama hätte der Zeitpunkt allerdings kaum besser sein können. Politisch läuft es für verdienten Träger des Friedensnobellpreises nicht grade perfekt, da hilft so ne positive Nachricht schon unheimlich weiter.
endbenutzer 02.05.2011
4. Mission beendet
Hat George W. Bush eigentlich schon der Familie Bin Laden sein Beileid ausgesprochen? Unter alten (Geschäfts-) Freunden ist das doch so üblich. Oder lebt Bin Laden doch noch und man wollte eigentlich nur die nunmehr fast genau 10-jährige Mission „Krieg gegen Terror“ zum bürgerfreundlichen Abschluss bringen? Merkwürdig: Gerade jetzt, da Obama und die gesamten USA in punkto Staatsverschuldung praktisch mit dem Rücken zur Wand stehen, wird für den amerikanischen Otto Normalverbraucher wieder einmal ein toller Grund geliefert, die Fahne zu schwingen und mit der Hand auf dem Herzen die Nationalhymne zu singen. Super Drehbuch...
G_Schwurbel 02.05.2011
5. weder noch
Zitat von sysopEr war der meistgesuchte Mann der Welt: Osama Bin Laden, der Anführer des Terrornetzwerks al-Qaida, ist tot. US-Spezialkräfte haben ihn bei einer Kommandoaktion in Pakistan getötet. Wir die weltweite Terrorgefahr nun geringer?
Die Welt wird durch seinen Tod weder sicherer noch unsicherer. Al Quaida ist ein Netzwerk, es würde mich wundern, gäbe es für Bin Laden keinen Nachfolger (seinen Tod hat er schließlich einkalkuliert). Vielleicht hat er auch vorher als Rache für seine Tötung den Auftrag erteilt, direkt danach Attentate zu verüben? Alles denkbar...
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