Kampf gegen al-Qaida Obama versorgt Bagdad mit "Hellfire"-Raketen

Die US-Regierung hat 75 Raketen vom Typ "Hellfire" in den Irak geliefert. Im März 2014 sollen zehn Überwachungsdrohnen folgen. Mit den Waffen will Bagdad die zunehmende Gewalt des Terrornetzwerks al-Qaida in der Region zurückdrängen.

Drohne vom Typ MQ-9A Reaper mit Hellfire-Raketen: Waffen für Bagdad
DPA

Drohne vom Typ MQ-9A Reaper mit Hellfire-Raketen: Waffen für Bagdad


Bagdad - Die USA beliefern den Irak mit Dutzenden "Hellfire"-Raketen und Überwachungsdrohnen. Wie die "New York Times" berichtet, sollen die Waffen im Kampf gegen von al-Qaida unterstützte Aufstände zum Einsatz kommen. Die irakische Regierung will so die "Explosion der Gewalt" im Westen des Iraks und im benachbarten Syrien zurückdrängen. Demnach wurden in der vergangenen Woche 75 Raketen, montiert an Turboprop-Flugzeugen vom Typ Cessna, geliefert. Zehn Drohnen vom Typ "ScanEagle" sollen im März geliefert werden.

US-Präsident Obama hatte dem irakischen Regierungschef Nuri al-Maliki Anfang November bei einem Treffen in Washington mehr Hilfe im Kampf gegen das Terrornetzwerk zugesagt. "Das Problem ist gewaltig und wächst weiter, und wir sollten es in Angriff nehmen", hatte Maliki damals gesagt und eine Bekämpfung extremistischer Gewalt auf internationaler Ebene gefordert. Al-Qaida sei ein "gemeinsamer Feind der USA und der irakischen Republik und stellt eine Bedrohung für die erweiterte Region im Nahen Osten dar", zitiert die Zeitung nun Jen Psaki, Sprecherin des State Departments. Die Hilfe sei wichtig, da die Iraker kaum noch "Hellfire"-Raketen übrig hätten, hieß es aus Regierungskreisen.

Doch bereits nach dem Treffen der beiden Regierungschefs war Kritik an der Kooperation laut geworden. Einige Senatoren kritisieren, dass Maliki mit seinem zunehmend autokratischen Führungsstil selbst zu der Eskalation der Gewalt in seinem Land beigetragen habe. Gleichzeitig gibt es Experten, die die Effektivität der Überwachungsdrohnen bezweifeln.

Die blutigen Auseinandersetzungen zwischen den Religionsgruppen im Irak haben seit Januar wieder deutlich zugenommen. Allein im Oktober kamen der irakischen Regierung zufolge 964 Menschen bei Anschlägen ums Leben - so viele wie seit mehr als fünf Jahren nicht mehr. Zuletzt wurden am 1. Weihnachtstag in Bagdad nach einer Weihnachtsmesse mindestens 35 Menschen durch eine Autobombe getötet.

Im Zentrum des Konflikts stehen sunnitische Aufständische, etwa Qaida-Kämpfer, die ihre Angriffe auf Zivilisten, Sicherheitskräfte und mutmaßliche Unterstützer der von Schiiten geführten Zentralregierung in Bagdad 2013 verstärkten.

Seit Jahresbeginn wurden laut der Nachrichtenagentur AFP mehr als 6650 Menschen bei Anschlägen und anderen Gewalttaten getötet.

gam



insgesamt 95 Beiträge
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frank_w._abagnale 26.12.2013
1. Hellfire-Raketen.
Hellfire-Raketen sind präzise Waffen gegen weiche Ziele, die sich bereits bewährt haben. So kam man eigene Verluste und übermäßige Kolleteralschäden weitgehend vermeiden. Ein weiser und humaner Schachzug also.
Badischer Revoluzzer 26.12.2013
2. Das hatten wir doch schon einmal.
Die USA versorgten den Irak mit Waffen. Das Ende kennen wir. Das Spiel beginnt also wieder von vorne
fhasdorf 26.12.2013
3. Super Idee
Klasse, Obama! Das sind dann die Raketen, die amerikanischen Soldaten in 10 - 15 Jahren wieder in den Hintern fliegen. Das ist schon einen Nobelpreis wert.
pikup 26.12.2013
4. Und hier soll noch
jemand behaupten, die US-Regierung unternehme nichts um die Region zu befrieden. Ich denke nicht, dass Amerika begriffen hat die Büchse der Pandora geöffnet zu haben. Militärisch ist im Nahen Osten nichts zu gewinnen. Auch wenn die USA dies sich nicht eingestehen will.
Blamage 26.12.2013
5.
Hat die USA nicht den Irak schon mal mit Waffen beliefert? Hat damals doch auch nicht so positiv geendet.
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