Training der syrischen Rebellen Feuerdrill für den Kampf gegen Assad

Kopfüber durch den brennenden Reifen, mit dem Gewehr durch den Staub: Die Kämpfer der Freien Syrischen Armee durchlaufen ein hartes Blitztraining - dann stürzen sie sich in den blutigen Kampf gegen die Assad-Truppen. Neue Fotos geben Einblicke in den Übungsdrill.

AP

Damaskus - Sie desertieren aus der syrischen Armee, schleichen auf geheimen Schmugglerpfaden aus der Türkei oder dem Libanon ins Land - und haben nur ein Ziel: Syrien gegen die Truppen von Präsident Baschar al-Assad zu verteidigen. Die Kämpfer der Freien Syrischen Armee (FSA) spielen in dem blutigen Konflikt eine entscheidende Rolle.

Ein Fotograf der Nachrichtenagentur AP konnte nun in einem Trainingslager der FSA nahe der Stadt Idlib beeindruckende Aufnahmen machen. Sie zeigen den Drill der Rebellenkämpfer. Männer robben bewaffnet durch den Staub, springen durch brennende Reifen, üben den Umgang mit dem Gewehr.

Seit Mai 2011, rund zwei Monate nach den ersten Protesten, hatten die ersten Soldaten die Seiten gewechselt. Sie gehen ein gewaltiges Risiko ein. Deserteuren droht die Todesstrafe, gleiches gilt für Unterstützer der FSA.

Doch warum laufen die bis dahin so treuen Regierungstruppen trotzdem über? Schließen sich den Rebellen an, die sie bisher noch bis aufs Blut bekämpft haben? SPIEGEL ONLINE hat im Februar an der türkisch-syrischen Grenze mit zahlreichen Vertretern der FSA gesprochen. Viele ihrer Geschichten ähneln sich: Immer wieder berichten die meist sehr jungen Kämpfer von Schießbefehlen gegen die Zivilbevölkerung. Keiner von ihnen wollte auf Demonstranten, Frauen und Kinder feuern - auch wenn die Kommandanten der Assad-Armee dies verlangten.

Immer wieder Vorwürfe auch gegen die Rebellen

Und so wechselten sie die Seiten, stellten sich gegen Männer, die eben noch Kameraden waren. Auf mehr als 10.000 schätzen die Vereinten Nationen die Zahl der Opfer in dem Konflikt.

Die Anführer der FSA behaupten, ihre Truppe hätte bis zu 40.000 Mitglieder. Überprüfen lässt sich das kaum, die tatsächliche Zahl dürfte deutlich niedriger liegen. Sie stehen bis zu 200.000 Soldaten der staatlichen Streitkräfte gegenüber.

Offiziell ist die FSA angetreten, um das Blutvergießen an der syrischen Bevölkerung zu stoppen - doch auch die Rebellen selbst verhalten sich offenbar längst nicht immer korrekt. Im März hatten Menschenrechtsorganisationen schwere Vorwürfe erhoben. Aufständische hätten gefangen genommene Sicherheitskräfte des Regimes gefoltert und hingerichtet. In anderen Fällen hätten Freischärler Regierungsanhänger oder deren Angehörige entführt, um Lösegeld zu erpressen.

Keine Organisation, keine klare Führung

Diese Anschuldigungen belegen eines der Hauptprobleme der syrischen Rebellen: Sie sind nicht zentral organisiert, eine Dachorganisation fehlt. Zwar wird ihr Aufstand vom syrischen Nationalrat (SNC) unterstützt, doch die Exilpolitiker haben kaum Einfluss auf das Vorgehen im Feld. Zudem haben sich in den Provinzen inzwischen Dutzende kleiner, unabhängiger Milizen gegründet, deren Handeln sich jeder Kontrolle entzieht und zumindest in Teilen von Rachegelüsten und lang gehegtem Hass aufs Regime bestimmt wird.

Nach den Massakern der syrischen Staatsarmee an Zivilisten in den vergangenen Wochen scheint sich im Land nun eine Entscheidungsschlacht anzubahnen. Kommandeure der FSA haben bereits angekündigt, das Regime mit einer Großoffensive in die Knie zwingen zu wollen. Als Zeitpunkt dafür nennen Rebellenführer den 20. Juli. Das ist der Beginn des Fastenmonats Ramadan und gleichzeitig das Ende der Uno-Beobachtermission in Syrien.

jok

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insgesamt 113 Beiträge
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paulibahn 10.06.2012
1. entführte pilger
der spiegel hat die entführten libanesischen pilger vergessen. die werden immer noch von der fsa festgehalten.
Sapientia 10.06.2012
2. Auf diese Mutproben hinzuweisen ist überflüssig
Zitat von sysopAPKopfüber durch den brennenden Reifen, mit dem Gewehr durch den Staub: Die Kämpfer der Freien Syrischen Armee durchlaufen ein hartes Blitztraining - dann stürzen sie sich in den blutigen Kampf gegen die Assad-Truppen. Neue Fotos geben Einblicke in den Übungsdrill. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,837750,00.html
Hier geht es um ein unterdrücktes Volk, welches von seinem Despoten geknechtet und getötet wird, soblad es sich regt. Das Schlimmste aber ist, daß die feisten Repräsentanten der UNO zusehen, sich wie die Götter gerieren, bezahlen lassen wie Rockefeller und nichts tun, außer "wichtig" zu sein. Daher ergibt sich die Frage, was ist das Leben im Schutze der UNO wo wert?
bayrischcreme 10.06.2012
3.
Was sollen solche Phrasen wie: ---Zitat--- und haben nur ein Ziel: Syrien gegen die Truppen von Präsident Baschar al-Assad zu verteidigen. ---Zitatende--- Die Syrische Armee hat vor allem das Ziel die Rebellen zu bekämpfen um die Ordnung wiederherzustellen. Die Armee kämpft weder "gegen Syrien" noch gegen "das Volk". ---Zitat--- Nach den Massakern der syrischen Staatsarmee an Zivilisten in den vergangenen Wochen scheint sich im Land nun eine Entscheidungsschlacht anzubahnen. ---Zitatende--- Bei diesen Massakern wird die Urheberschaft immer unklarer. Vieles deutet sogar darauf hin, dass die Rebellen selbst hier Rachefeldzüge und ethnische Säuberungen durchgeführt haben. Neue Erkenntnisse zu Getöteten von Hula: Abermals Massaker in Syrien - Politik - FAZ (http://www.faz.net/aktuell/politik/neue-erkenntnisse-zu-getoeteten-von-hula-abermals-massaker-in-syrien-11776496.html)
topodoro 10.06.2012
4. Und wer schützt die Christen vor diesem marodierenden
Zitat von sysopAPKopfüber durch den brennenden Reifen, mit dem Gewehr durch den Staub: Die Kämpfer der Freien Syrischen Armee durchlaufen ein hartes Blitztraining - dann stürzen sie sich in den blutigen Kampf gegen die Assad-Truppen. Neue Fotos geben Einblicke in den Übungsdrill. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,837750,00.html
Haufen disziplinloser "Aktivisten"? Wer sind die Anführer dieser Banden ? Wer sind die Finanziers dieser Banden ? Wer ausser Katar, Saudi Arabien und Libyen unterstützt die Banden mit Waffen, etc. ?
doofundick 10.06.2012
5.
Zitat von sysopAPKopfüber durch den brennenden Reifen, mit dem Gewehr durch den Staub: Die Kämpfer der Freien Syrischen Armee durchlaufen ein hartes Blitztraining - dann stürzen sie sich in den blutigen Kampf gegen die Assad-Truppen. Neue Fotos geben Einblicke in den Übungsdrill. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,837750,00.html
Umso länger der Westen zuguckt, desto schlimmer wird es nach dem Sturz von Assad oder der Pleite des Landes. Assad muss weg, die Rebellen müssen wieder kontrolliert werden, aber alleine bekommen die Syrer das nicht hin. Es wird ohne eine Intervention zum Kollaps des Landes kommen. Wollen wir das?
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