Kampf gegen den IS Fast 1000 Tote bei US-Luftschlägen in Syrien

Der internationale Kampf gegen den Islamischen Staat in Syrien hat nach Angaben von Aktivisten innerhalb von zwei Monaten mehr als 900 Tote gefordert, darunter auch Zivilisten.

Zerstörtes Gebäude in Rakka (11. November): Berichte über tote Zivilisten
AFP

Zerstörtes Gebäude in Rakka (11. November): Berichte über tote Zivilisten


Damaskus - In Syrien sind bei den US-Luftangriffen auf die radikalislamische IS-Miliz bislang etwa 910 Menschen getötet worden. Das teilten die syrischen Menschenrechtsbeobachter mit. Die meisten Toten seien Kämpfer des "Islamischen Staats" (IS) und der Nusra-Front, einem Ableger der al-Qaida, hieß es. Allerdings seien seit Beginn der Luftangriffe vor zwei Monaten auch 52 Zivilisten ums Leben gekommen, darunter acht Kinder und fünf Frauen.

Die Beobachtungsstelle steht der syrischen Opposition nahe und stützt sich auf ein Netz von Informanten im ganzen Land. Die Zahl der toten IS-Anhänger könnte den Angaben zufolge noch deutlich höher sein, da der Zugang zu einigen der bombardierten Gebiete für die Informanten vor Ort schwierig sei.

Die USA haben erklärt, Berichte über den Tod von Zivilisten bei den Luftangriffen würden ernst genommen und untersucht. Die US-Luftwaffe hatte mit Unterstützung arabischer Verbündeter am 23. September damit begonnen, die IS-Miliz anzugreifen. Die USA und europäische Staaten fliegen zudem Angriffe auf IS-Stellungen im Irak.

Der IS hat weite Teile im Irak und in Syrien unter seine Kontrolle gebracht und über die Landesgrenze hinweg ein "Kalifat" errichtet. Die Miliz geht mit großer Brutalität gegen Andersgläubige und Gegner vor. Mehrere westliche Geiseln wurden zudem von IS-Mitgliedern vor laufender Kamera enthauptet, die Aufnahmen stellte die Miliz ins Internet.

Im Bürgerkrieg in Syrien, der seit fast vier Jahren anhält wurden nach Schätzungen der Uno rund 200.000 Menschen getötet, Millionen Syrer sind auf der Flucht.

yes/Reuters/dpa

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insgesamt 6 Beiträge
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rüpelrudi 22.11.2014
1. Eine beliebte Taktik
der wackeren Gotteskrieger ist es,ihre Quartiere und Verstecke meist in der Nähe ziviler Einrichtungen,oftmals Krankenhäuser oder Schulen,zu platzieren,so dass es fast zwangsläufig zu zivilen Opfern kommen muss,die man dann anklagend präsentieren kann.Übrigens war neulich im Forum zu diesem Thema die Meinung vertreten,dass auch IS Kämpfer ein Recht auf Behandlung nach Genfer Konvention hätten.Falsch.Die Genfer Konvention hat klare Regeln.Eine davon ist,dass jemand,der wissentlich Zivilisten angreift,jegliches Recht auf diese Behandlung verwirkt hat.Und dass diese Irren nicht interessiert,wen sie gerade massakrieren,dürfte außer Frage stehen.
maier-pf 22.11.2014
2. Darunter auch Zivilisten?
Komisch! Die Scharia-Gotteskrieger tragen erstaunlicherweise keine Uniform. Nach der Haager Landkriegsordnung haben nur Soldaten in Uniform bestimmten Schutz und Anspruch auf bestimmte Rechte, z.B. bei Gefangennahme.So genannte moslemische Gotteskrieger, die in Zivilklamotten Menschen köpfen, Frauen versklaven und Ungläubige ausrotten wollen fallen nicht darunter.Wie also in aller Welt soll man zwischen einen fanatischen Gotteskrieger in Straßenklamotten, der ausdrücklich im Namen seiner Religon bestialisch mordet und einem harmlosen Zivilist unterscheiden?Wie macht das Spiegel-Online bei seiner Berichterstattung über die Opfer der gezielten Bekämpfung dieser Steinzeit-Krieger nur? Wie also kann man da sagen das sei ein Zivilist gewesen und das nicht?Wie geht das?
killi 22.11.2014
3. Und jetzt?
Kollateralschäden sind im Krieg unvermeidbar. Erst Recht, wenn sich der Gegner unter Zivilisten verschanzt. 52 ist eine extrem kleine Zahl, wenn man den Umfang der ganzen Operation betrachtet.
sbv-wml 22.11.2014
4. Was soll das?
Sollen die IS Terroristen weggestreichelt werden?Das geht leider nicht, sondern ist nur mit militärischen Mitteln möglich, in diesem Fall mit Bomben.Und alle sollten bedenken, das der IS bereits mehr unschuldige Menschen GEMEUCHELT hat, als die Bombenangriffe.
spon-facebook-10000651921 23.11.2014
5.
Zitat von killiKollateralschäden sind im Krieg unvermeidbar. Erst Recht, wenn sich der Gegner unter Zivilisten verschanzt. 52 ist eine extrem kleine Zahl, wenn man den Umfang der ganzen Operation betrachtet.
Ich frage mich, ob Sie das auch so sehen würden, wenn Sie selbst einmal Gefahr laufen würden als potenzieller "Kollateralschaden" (netter Ausdruck für Menschen, die man nur versehentlich ermordet hat) zu enden! Übrigens ist schon lange bekannt, dass der Anteil an zivilen Opfern von den USA fortwährend heruntergespielt wird (was auch kein Wunder ist, wenn man bedenkt dass, wenn man die zahlreichen Kriege zusammenzählt, die in den letzten Dekaden von den USA geführt wurden - wobei die meisten eher als Überfall bezeichnet werden können - die Zahl der Opfer durchaus in die Millionen geht). Obendrein kann man den Effekt, den Drohnenangriffe auf die Zivilbevölkerung haben, nur als Psychoterror bezeichnen. Ganze Städte leben in ständiger Angst vor den Dingern, die sie als "Todesengel" bezeichnen. Wie muss sich das wohl anfühlen, wenn man ständig damit rechnen muss von einer Drohne angegriffen und getötet zu werden? Und wir wundern uns, dass große Teile der Welt uns hassen. Ich zitiere mal Pispers: Wir wundern uns, dass wir Bomben unterm Arsch platziert kriegen? wir sollten uns wundern, dass wir so wenige unterm Arsch platziert kriegen! Übrigens gab es mal einen UN Report, laut dem der Anteil der zivilen Opfer von Drohnenangriffen in Pakistan mindestens 27% betrug. Den findet man leider nicht mehr im Internet... HRW derweil hat sechs Drohnenangriffe näher untersucht und teilte mit, dass in diesen Angriffen 70% der Opfer Zivilisten waren (2012).
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