Gerüchte über Intervention Türkei verstärkt Truppen an Grenze zu Syrien

Greift die Türkei in den syrischen Bürgerkrieg ein? Laut Ministerpräsident Davutoglu sind weitere Truppen an die Grenze verlegt worden. Von einer Militäroffensive will er aber nicht sprechen - vorerst.

Türkischer Armeekonvoi (Archivbild): Einsatz zum "Schutz des Grenzgebiets"
DPA

Türkischer Armeekonvoi (Archivbild): Einsatz zum "Schutz des Grenzgebiets"


Die Türkei hat als Reaktion auf die heftigen Gefechte im benachbarten Syrien ihre Truppen an der Grenze zu dem Bürgerkriegsland verstärkt. Es seien Vorbereitungen getroffen worden, um das Grenzgebiet zu schützen, sagte Ministerpräsident Ahmet Davutoglu dem Fernsehsender "Kanal 7". Allerdings solle niemand annehmen, dass die Türkei "morgen oder in nächster Zeit" nach Syrien vordringt.

Davutoglu sagte laut einem Bericht der türkischen Tageszeitung "Daily Sabah" jedoch auch, sein Land werde in Syrien militärisch eingreifen, sollte die nationale Sicherheit der Türkei bedroht sein.

In einigen Medien war zuletzt spekuliert worden, dass eine grenzübergreifende Operation unmittelbar bevorstehe. Ziel sei es, die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) zu schwächen und einen kurdischen Staat im Norden Syriens zu verhindern. Zusätzliche Soldaten, Ausrüstung und Spezialkräfte seien in den Süden des Landes beordert worden, meldet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Sicherheitskreise.

Die syrischen Rebellen haben indes eine Großoffensive auf die im Norden Syriens gelegene Wirtschaftsmetropole Aleppo gestartet. Die von Islamisten angeführten Gruppen erklärten am Donnerstag, ihr Ziel sei die Befreiung Aleppos. Sollte die Stadt in ihre Hand fallen, würden dort künftig die streng islamischen Regeln der Scharia gelten.

kev/Reuters



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insgesamt 73 Beiträge
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Barath 03.07.2015
1.
irgendjemand muss den IS ja vor den Kurden retten...
monolithos 03.07.2015
2.
Na, das war es dann wohl mit Urlaub in der Türkei. Naja, vielleicht stimmt in Griechenland das Leistungs-Preis-Verhältnis bald wieder.
tom.le 03.07.2015
3. Die Türkei kämpft für den IS
Die Türkei ist in der Region einer der besten verbündeten der IS. In den türkischen Zeitungen werden die Kurden gefährlicher als der IS eingestuft. Nachdem die Kurden nun kurz vor Rakka stehen, wollen die Türken wohl einmarschieren, um dem IS zu helfen. Am Ende werden sie also gegen Kurden und damit für den IS kämfpen. Schade, dass das in Deutschland kaum ein Thema ist. Stattdessen beschäftigen wir uns seit Wochen nur noch damit, wie man politisch korrekt weitere Miliarden in Griechenland versickern lassen kann.
byzopsycho 03.07.2015
4. Ich habs des Öfteren versucht die Expansionspolitik
eines sunnitischen Regimes zu erläutern. Um Nord-Zypern zu okkupieren hat sich Ankara fast 20 Jahre Zeit gelassen. Um Nord-Syrien zu okkupieren wird Ankara sich auch Zeit lassen. Dank dem Gas durch Turkish Stream hat Ankara keine Eile. Die Destabilisierung Syriens ist der Weg um Nord-Syrien zu besetzen. Das Ziel, neben Gebietserweiterungen, ist die Kontrolle über das östliche Mittelmeer. Militärische sowie wirtschaftliche Hegemonie und als NATO-Partner darf Ankara dies alles auch ohne Sanktionen zu befürchten.
Pegu 03.07.2015
5. Pufferzone
Warum macht die Türkei die Pufferzone nicht auf ihrer eigenen Seite?
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