Kampf gegen IS US-Militär räumt weitere zivile Opfer ein

Bei US-Luftangriffen gegen den IS sind im vergangenen Jahr mehr Zivilisten getötet worden als bisher angenommen. Nach einer internen Untersuchung räumte das Militär acht weitere Todesopfer ein. Darunter ist offenbar auch ein Kind gewesen.


Bei US-Luftangriffen gegen die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) sind im vergangenen Jahr nach Angaben des US-Militärs acht weitere Zivilisten getötet worden. Außerdem seien drei Zivilisten bei einer Reihe von Bombardements zwischen April und Juli auf Ziele im Irak und in Syrien verletzt worden, teilte das US-Militärkommando Centcom nach einer internen Untersuchung am Freitag mit.

Damit stieg die vom US-Militär eingeräumte Zahl ziviler Opfer im gesamten vergangenen Jahr auf zwölf. "Wir bedauern zutiefst den nicht beabsichtigten Verlust von Menschenleben und Verletzungen, die durch diese Luftangriffe verursacht werden", heißt es in einer Erklärung von Centcom.

Der Centcom-Untersuchung zufolge starben zwei Zivilisten am 12. April bei einem Luftangriff auf eine "taktische Einheit" der IS-Miliz nahe Al-Hawidscha im Nordirak. Drei weitere zivile Todesopfer habe es am 11. Juni nahe Suluk in Syrien gegeben. Weiterhin seien am 4. Juli nahe der IS-Hochburg Rakka in Syrien drei Zivilisten "wahrscheinlich" durch einen US-Luftangriff ums Leben gekommen.

Im November hatte das Pentagon eingeräumt, dass vier Unbeteiligte bei einer Attacke auf einen IS-Kontrollpunkt im irakischen Hatra im März getötet worden waren. Unter den Opfern sei offenbar auch ein Kind gewesen. Die USA bombardieren seit Sommer 2014 gemeinsam mit Verbündeten Stellungen der IS-Miliz im Irak und in Syrien.

asc/AFP/Reuters

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