Irak-Konflikt USA schicken Flugzeugträger in den Persischen Golf

Die USA reagieren auf den Vormarsch der Isis-Dschihadisten im Irak. Das Pentagon entsendet den Flugzeugträger U.S.S. "George H. W. Bush" in die Region. Die Regierung in Bagdad meldet Erfolge im Kampf gegen die Islamisten.

REUTERS

Washington - US-Verteidigungsminister Chuck Hagel hat wegen der Irak-Krise die Verlegung eines Flugzeugträgers in den Persischen Golf angeordnet. Damit bereitet das Pentagon einen möglichen Militärschlag gegen die Islamistenmiliz Isis vor. Die Terrorgruppe erobert im Irak seit Wochenbeginn Städte und dringt in Richtung Bagdad vor.

Präsident Barack Obama solle zusätzliche Flexibilität gegeben werden, "sollten militärische Optionen nötig werden, um das Leben von Amerikanern, Bürgern und Interessen im Irak zu schützen", sagte Pentagon-Sprecher John Kirby am Samstag.

Demnach befand sich der Flugzeugträger U.S.S. "George H. W. Bush" bisher im Arabischen Meer und sollte am späten Abend (US-Zeit) sein Ziel erreichen. Begleitet werde er von einem mit Raketen bestückten Kreuzer und einem Zerstörer.

Angebot vom Erzfeind

US-Republikaner hatten Obama zuvor zu einem entschiedeneren Vorgehen aufgefordert. John McCain, einflussreicher Senator aus Arizona, drängte den US-Präsidenten zu sofortigen Luftangriffen, um den Vormarsch der Dschihadisten zu stoppen. Obama hatte erklärt, militärische Hilfe zu erwägen. Zugleich rief er aber die irakische Regierung auf, ihre Probleme vorerst selbst zu lösen. Offensichtlich in Anspielung auf Obamas Verzicht auf ein Eingreifen im Syrien-Konflikt warf McCain der US-Führung vor, sich erneut vor Aktionen zu drücken.

Angesichts der Bedrohung durch die vorrückenden Extremisten im Nachbarland Irak hat die iranische Führung ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit dem Erzfeind USA bekundet. Über eine Kooperation in der Krise könne nachgedacht werden, sagte Präsident Hassan Rohani am Samstag im Staatsfernsehen. Voraussetzung sei aber, dass die US-Regierung zuerst "Terrorgruppen im Irak und anderswo" bekämpfe. Aus Regierungskreisen in Washington verlautete, bislang gebe es keine Gespräche mit dem Iran.

Iraks Premier trommelt Freiwillige zusammen

Die irakische Regierung verzeichnet nach eigenen Angaben militärische Erfolge gegen die in Richtung Bagdad vordringenden sunnitischen Kämpfer. Regierungsvertreter sagten am Samstag, es sei dem Militär gelungen, Geländegewinne zu erzielen. Ministerpräsident Nuri al-Maliki sagte bei einem Besuch im rund 100 Kilometer nördlich der Hauptstadt gelegenen Samarra, mit der Hilfe von Freiwilligen werde es gelingen, die Isis zurückzudrängen. Samarra liegt zwischen der Front und Bagdad.

Isis kämpft im Irak und in Syrien für die Errichtung eines Kalifats. In beiden Staaten hat die Gruppe in jüngster Zeit Siege errungen. In der vergangenen Woche hatte sie im Handstreich im Nordirak Mossul, die zweitgrößte Stadt des Landes, erobert und war anschließend in Richtung Bagdad vorgerückt.

Unruhen im Irak

cst/dpa/Reuters/AFP



insgesamt 148 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
John Walker Smith 14.06.2014
1. George Bush
Na das ist ja genau der richtige Flugzeugträger! Ein Bush hat das ganze Schlamassel ja erst möglich gemacht...
marxtutnot 14.06.2014
2. nomen est omen
Das hat was,der Name des carriers. DoubleU is back. Nun kann er ja jetzt ,wenigstens namentlich, seine eigene Sch.... auf wischen
200MOTELS 14.06.2014
3. Die isis kämpfer
sind anscheinend doch nur ein haufen notgeiler pistoleros auf der suche nach der schnellen mark... ich glauhe da braucht es keinen flugzeugträger, ein kreuzfahrtschiff tuts auch
PeterLublewski 14.06.2014
4. Der alte Bush
Für den Irak-Konflikt einen Flugzeugträger, der nach dem alten Bush benannt ist? Hat irgendwie Stil :-)
christophe007 14.06.2014
5. Fast lustig...
Es hätte etwas fast Lustiges, wenn die USA jetzt eine militärische Allianz mit dem Iran schließen würden, oder?
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.