Grenze zum Irak Saudis rüsten sich mit High-Tech-Anlage gegen IS

Im Irak beherrscht der "Islamische Staat" große Gebiete - das Nachbarland Saudi-Arabien fürchtet Angriffe und ein Einsickern der Terroristen. Das Königreich baut deshalb eine hochgerüstete Anlage mit Zäunen, um die Grenze zu sichern.

Screenshot aus Airbus-Video: So sollen die Grenzanlagen aussehen
Airbus Defence and Space

Screenshot aus Airbus-Video: So sollen die Grenzanlagen aussehen


Jiddah - Die Angreifer waren mit Schusswaffen und einem Sprengstoffgürtel bewaffnet. Sie rissen bei ihrer Attacke auf einen Grenzposten Anfang Januar mehrere saudi-arabische Soldaten mit in den Tod. Die vier Täter gehörten höchstwahrscheinlich zur Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) aus dem Irak.

Der Vorfall hat ein Schlaglicht auf die brisante Sicherheitslage an der Grenze zwischen Irak und dem Königreich Saudi-Arabien geworfen - auf irakischer Seite kontrolliert der IS große Gebiete der Region. Die islamistische Miliz greift nach immer mehr Macht. Die Saudis wappnen sich deshalb jetzt mit einer hochgerüsteten Grenzanlage gegen Angriffe und ein Einsickern der Terrorgruppe in ihr Staatsgebiet.

Entlang der mehr als 800 Kilometer langen Grenze zum Irak sollen laut "Airbus Defence and Space", einem Geschäftsbereich der "Airbus Group", diverse Schutzbefestigungen in der Wüste entstehen - darunter ein Sandwall und drei Zäune hintereinander. Sieben Kontroll- und Kommandozentren, 40 Wach- und 38 Kommunikationstürme sollen für die Sicherheit an der Grenze sorgen. Die Wachtürme sind demnach mit Radargeräten und Nachtkameras ausgestattet.

Entlang dieser Grenze entsteht eine hochgerüstete Grenzanlage
SPIEGEL ONLINE

Entlang dieser Grenze entsteht eine hochgerüstete Grenzanlage

Fahrzeuge mit spezieller Überwachungstechnik sollen zusätzlich eingesetzt werden. Insgesamt 1,45 Million Kilometer Fiberkabel verbinden die Kommando- und Überwachungszentren und die Kommunikationstürme mit den Schaltzentralen in Dschidda. "Airbus Defence and Space" hat das von der saudi-arabischen Regierung in Auftrag gegebene Projekt federführend umgesetzt. Auf seiner Webseite hat die Firma ein aufwendiges Video von dem Projekt veröffentlicht.

30.000 zusätzliche Soldaten in die Grenzregion

Mit dem Bau erster Zäune wurde bereits im September begonnen, damals hatte König Abdullah das Grenzprojekt feierlich eröffnet. Nach einem Bericht des britischen "Telegraph" hat Dschidda nun 30.000 zusätzliche Soldaten in die Grenzregion entsandt. Saudi-Arabien unterstützt das von den USA geführte internationale Bündnis, das den IS im Irak und in Syrien bombardiert. Zuletzt gab es vermehrt Anschläge im Königreich.

Die Pläne zu dem Grenzwall gibt es aber schon länger - sie entstanden nicht erst mit dem Vormarsch des IS. Laut der britischen Zeitung wurde über eine neue Befestigung seit 2006 diskutiert, als im Irak Bürgerkrieg herrschte. Dem Bericht zufolge soll Saudi-Arabien auch die rund tausend Meilen lange Grenze zum Jemen befestigt haben.

anr



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