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Ausländische Anti-IS-Kämpfer: Die kurdische Fremdenlegion

Ausländische Kämpfer in Kurdistan: "Team Freedom" gegen den IS Fotos
AFP

Hunderte Ausländer kämpfen an der Seite kurdischer Milizen gegen den "Islamischen Staat". Unter ihnen sind Ex-Elitesoldaten und ehemalige Bauern. Der Fotograf Uygar Onder Simsek hat einige von ihnen porträtiert.

Tausende Dschihadisten aus Europa haben sich in den vergangenen Monaten der Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) angeschlossen. Sie sind nach Syrien und in den Irak gezogen - Länder, in denen die meisten von ihnen nie zuvor waren - um für das selbst ernannte Kalifat zu kämpfen.

Doch auch auf der Gegenseite kämpfen Freiwillige aus Europa und den Vereinigten Staaten. Der Fotograf Uygar Onder Simsek hat ausländische Kämpfer begleitet, die sich den kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) in Syrien angeschlossen haben. Die meisten von ihnen waren noch nie zuvor in der Region.

Simsek traf erfahrene Ex-Soldaten, unter anderem ehemalige US-Marines. Ihm begegneten aber auch Abenteurer ohne jede Kampferfahrung, die nach Kurdistan gezogen sind, um die Dschihadisten zu stoppen - etwa ehemalige Bauern und Grafittisprayer. Darunter waren Männer aus Deutschland, Spanien, Neuseeland, Großbritannien und den Vereinigten Staaten.

"Einige von ihnen wollen nur ein paar Monate in Syrien verbringen und dann nach Hause zurückkehren. Andere wollen bleiben, bis der IS zerstört ist oder bis sie selbst getötet werden", berichtet Simsek über seine Gespräche mit den Kämpfern.

Die ausländischen Milizionäre bei den YPG, dem syrischen Arm der PKK, kämpfen in eigenen, selbstständigen Einheiten. Die meisten kurdischen Kämpfer sprechen kaum Englisch. Um Missverständnisse zu vermeiden würden beide Gruppen deshalb getrennt, sagt Simsek. Jede ausländische Einheit habe aber mindestens einen Übersetzer.

Im Februar hatte sich ein britischer Soldat von seiner auf Zypern stationierten Armeeeinheit abgesetzt, um in Syrien gegen den IS zu kämpfen.

In Deutschland sorgte der Fall Ivana Hoffmann für Aufsehen. Die 19-Jährige aus Duisburg hatte sich kurdischen Milizionären in Syrien angeschlossen. Anfang März wurde die junge Frau bei Gefechten mit dem IS getötet. In Tell Tamer, jenem Ort, an dem der Fotograf Simsek nun neue ausländische Kämpfer getroffen hat.

syd

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