New York - Die Regierung in Mali erhält weitere Unterstützung im Kampf gegen die Islamisten. Neben Frankreich haben laut Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon auch der Senegal und Nigeria Hilfe gegen die Rebellen im Norden Malis bereitgestellt. Ban sagte am Freitagabend (Ortszeit) in New York der Nachrichtenagentur AP, die Unterstützung der drei Länder sei sehr wichtig für Malis Streitkräfte. Details über die Hilfe aus dem Senegal und Nigeria nannte Ban nicht. Die Regierung in Mali bestätigte die militärische Unterstützung aus dem Ausland.
Womöglich kommt in Kürze weitere schlagkräftige Unterstützung für das malische Militär. Auch die US-Streitkräfte erwägen, sich in den Konflikt einzuschalten. Laut einem US-Regierungsvertreter wird derzeit darüber nachgedacht, die französischen Truppen mit Geheimdienstinformationen und logistischem Beistand zu unterstützen. Demnach könnten auch Aufklärungsdrohnen zum Einsatz kommen.
Frankreich startete am Freitag einen Militäreinsatz gegen die dem Terrornetzwerk al-Qaida nahestehenden Islamisten in dem westafrikanischen Land. Ban erklärte, er hoffe, dass der französische Einsatz im Sinne einer im Dezember verabschiedeten Resolution des Uno-Sicherheitsrates ablaufe. Der Resolution zufolge sollen Truppen unter der Führung der Afrikanischen Union das malische Militär im Kampf gegen die Rebellen unterstützen.
Gegenoffensive gestartet
Mit der internationalen Unterstützung starteten Malis Regierungstruppen am Freitag eine Gegenoffensive gegen die Rebellen. Am Abend gelang es ihnen nach eigenen Angaben, die von den Islamisten am Vortag eroberte Stadt Konna wieder unter ihre Kontrolle zu bringen. Zurzeit durchkämmten Soldaten die Stadt nach versteckten Islamisten, sagte ein Vertreter des malischen Verteidigungsministeriums, Diarran Koné.
Die westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft Ecowas begrüßte die rasche Truppenentsendung nach Mali. Ecowas-Vorsitzender Alassane Ouattara, Präsident der Elfenbeinküste, lobte in einer in Abidjan verbreiteten Erklärung vor allem die französische Regierung "für die schnelle Reaktion zur Stabilisierung der militärischen Lage in Mali". Allerdings sei diese Reaktion auf bilateraler Basis erfolgt und nicht auf Grundlage der Ende des Vorjahres verabschiedeten Resolution des Weltsicherheitsrates, fügte Ecowas-Sprecher Sunny Ugoh hinzu.
Die Ecowas bereitet sich derzeit auf die Entsendung einer 3500 Mann starken Truppe nach Mali vor. Wann der Einsatz beginnen kann ist aber noch unklar. Angesichts des Vormarsches der islamistischen Rebellen hatte der Uno-Sicherheitsrat in New York am Donnerstag die schnelle Entsendung einer afrikanisch geführten Militärmission gefordert.
Der Norden des westafrikanischen Landes wird seit Monaten von Islamisten beherrscht. Sie versuchen derzeit, weiter nach Süden vorzudringen. Befürchtet wird, dass sich Mali zu einer Hochburg des internationalen Terrorismus entwickeln könnte.
ler/dapd/AFP/dpa
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