Kampf gegen Terrorismus Pakistaner melden Festnahme von Bin-Laden-Vertrautem

In Pakistan ist nach offizieller Mitteilung ein weiterer Schlag gegen das Terrornetzwerk al-Qaida gelungen. Armee und Geheimdienst zufolge ist Younis al-Mauretani verhaftet worden - er gilt als Vertrauter Osama Bin Ladens und war unter anderem damit betraut, europäischen Interessen zu schaden.

Mauretani auf Fahndungsbild: Schlag mit Hilfe von US-Geheimdiensten
AFP Photo / Inter Services Public Relations

Mauretani auf Fahndungsbild: Schlag mit Hilfe von US-Geheimdiensten


Islamabad - In Pakistan hat der Geheimdienst ISI ein führendes Mitglied von al-Qaida festgenommen. Younis al-Mauretani, der an mehreren internationalen Qaida-Operationen beteiligt gewesen sein soll, sei in einem Vorort der Stadt Quetta im Südwesten des Landes gefasst worden, teilte die pakistanische Armee am Montag mit. Der Schlag gegen das Terrornetzwerk sei mit Hilfe amerikanischer Geheimdienste gelungen.

Auch der Geheimdienst bestätigte gegenüber SPIEGEL ONLINE die Festnahme.

Mauritani soll laut Angaben der pakistanischen Armee von Bin Laden beauftragt worden sein, amerikanischen, europäischen und australischen wirtschaftlichen Interessen zu schaden. Er galt als Vertrauter des im Mai getöteten Drahtziehers der Anschläge vom 11. September.

Mit ihm seien zwei weitere Mitglieder des Terrornetzwerks festgenommen worden, teilte die Armee mit. Demnach soll es sich um zwei Männer namens Abdul Ghaffar al-Schami, auch bekannt als Bachar Chama, und Messara al-Schami, genannt Mujahid Amino, handeln. "Es handelte sich um eine Operation, die möglich wurde mit Hilfe von Informationen der USA", sagte ein ISI-Geheimdienstoffizier, ohne die konkrete Hilfe zu benennen.

Kontakt zu Kämpfern aus Deutschland

Younis al-Mauretani war in den vergangen anderthalb Jahren verstärkt ins Visier der Sicherheitsbehörden und Geheimdienste gerückt, weil sein Name von mehreren festgenommen Terrorverdächtigen im Zusammenhang mit angeblichen Anschlagsplanungen genannt worden war. Auch zwei Dschihadisten, die aus Deutschland nach Waziristan gereist waren, hatten ihren eigenen Angaben zufolge direkten Kontakt mit dem Mann, der oft als "Scheich Younis" beschrieben wird. Er sei schlank und habe dunkle Augen, hieß es, ein spitzes Kinn und braune, krause Haare.

Einer der Deutschen, Rami M., bot Mauretani nach Informationen des SPIEGEL an, Geld für al-Qaida zu sammeln. "Perfekt, genau das, was ich haben möchte", soll der Qaida-Mann geantwortet haben. Später unterrichtete er M. und einen weiteren Dschihadisten aus Deutschland in Verschlüsselungstechniken. Mauretanis Ziel, so das Bild, das sich ergibt, bestand offenbar darin, in Europa Schläge gegen die Wirtschaft zu planen - wann und wo und auf welche Weise blieb jedoch unkonkret.

Mauretani arbeitete mutmaßlich eng mit dem kürzlich getöteten Qaida-Mann Attiyat Allah al-Libi zusammen; beide werden von Experten dem Mittelbau des Terrornetzwerks zugerechnet. Schon der Tod Libis galt als schwerer Schlag gegen al-Qaida. Die Festnahme Mauretanis dürfte einen ähnlichen Verlust bedeuten, insbesondere falls der Mann auspacken sollte.

fab/kaz/yas/AFP/Reuters

insgesamt 4 Beiträge
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PLAPAGENO 05.09.2011
1. Festgenommen vom ISI ?
Dann wollen wir mal sehen, wie schnell sie ihn "versehentlich" wieder laufen lassen. Schließlich könnte er reden, wer ihn aus dem Verein und wie sehr über Jahre unterstützt hat.
heuwender 05.09.2011
2. Bitte
schreibt nichts mehr über das Thema,ganauso langweilig wie die FDP.
1203 05.09.2011
3. Auffällig
Es ist auffällig, wie seit ca. zwei Wochen das Thema wieder langsam aber sicher aufgekocht wird. Gewisse "Bin-Ladin-Vertraute" werden sich immer wieder finden lassen, wenn es gerade nötig ist.
Der Pragmatist 05.09.2011
4. Guter Schlag
Zitat von 1203Es ist auffällig, wie seit ca. zwei Wochen das Thema wieder langsam aber sicher aufgekocht wird. Gewisse "Bin-Ladin-Vertraute" werden sich immer wieder finden lassen, wenn es gerade nötig ist.
..... es gibt eben viele und je mehr dingfest gemacht werden, je besser. Schliesslich muessen die Pakistanis nach dem Debakel von Abottabad der Welt beweisen, dass sie ernst zu nehmen sind.
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