Kampf gegen Umweltkatastrophe: Obama scheitert schon wieder mit Ölbohr-Verbot
Erneute Niederlage für Barack Obama: Die US-Regierung ist mit ihrem Plan gescheitert, als Reaktion auf die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko einen Stopp für Tiefseebohrungen durchzusetzen. Ein Berufungsgericht wies den Antrag der Regierung zurück.
Washington - Das von US-Präsident Barack Obama wegen der Ölpest im Golf von Mexiko verhängte Verbot neuer Tiefseebohrungen bleibt weiter außer Kraft. Das entschied ein Berufungsgericht am Donnerstag (Ortszeit) in New Orleans. Es bestätigte damit ein Urteil, nach dem das von Obama verfügte sechsmonatige Moratorium rechtlich nicht ausreichend begründet und zu umfassend ist.
Das Berufungsgericht wies den Widerspruch der US-Regierung gegen das Urteil zurück, weil sie nicht glaubhaft darstellen konnte, dass neue, bereits genehmigte Bohrungen "die Gefahr eines nicht reparierbaren Schadens" im Golf von Mexiko darstellten.
Gegen die staatlich verhängte Zwangspause waren Vertreter mehrerer Unternehmen aus der Ölbranche vor Gericht gezogen. Die Firmen, die Schiffe und andere Ausrüstung für die Bohrinseln liefern, befürchten massive wirtschaftliche Einbußen und argumentierten, die Regierung habe keine Beweise dafür, dass die Bohrungen eine Bedrohung für den Golf darstellten. Ein Bundesrichter gab ihrem Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung gegen den Bohrstopp daraufhin statt.
Die US-Regierung hielt nach der juristischen Schlappe vor zwei Wochen weiter an einem Verbot von Tiefseebohrungen fest und legte Widerspruch gegen den Gerichtsentscheid ein. Innenminister Ken Salazar kündigte zudem umgehend ein neues Moratorium an. Dort sollen die Gründe ausführlicher dargelegt werden.
Die Obama-Regierung hatte Ende Mai unter dem Eindruck der BP-Ölkatastrophe neue und auch bereits genehmigte Bohrvorhaben in Gewässern tiefer als 150 Meter für ein halbes Jahr stoppen lassen. In dieser Zeit soll eine spezielle Kommission die Ursachen für den Untergang der BP-Bohrinsel "Deepwater Horizon" ermitteln und Konsequenzen aus dem Unglück vorschlagen.
Am 20. April war im Golf von Mexiko vor der US-Ostküste die Plattform "Deepwater Horizon" explodiert, dabei waren elf Arbeiter ums Leben gekommen. Zwei Tage später sank die Plattform, seitdem strömen täglich Millionen Liter Öl ins Meer. Es ist die größte Ölkatastrophe in der US-Geschichte.
hen/dpa-AFX/AFP
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