Abgeschossener Kampfjet Putin bittet Briten um Hilfe bei Auswertung von Blackbox

Warum hat die Türkei einen russischen Kampfjet abgeschossen? Seit Wochen streiten beide Länder um diese Frage. Russlands Präsident sucht jetzt Unterstützung in London.

Russlands Präsident Putin: Nur mit "ausländischen Experten"
AP

Russlands Präsident Putin: Nur mit "ausländischen Experten"


Russland will das Rätsel um den von der Türkei abgeschossenen Kampfjet mit Unterstützung aus London lösen. Kreml-Chef Putin sprach mit David Cameron über den Einsatz von britischen Experten, die bei der Auswertung der Blackbox des Flugzeugs helfen sollen.

Am Dienstag hatte Russland den Flugschreiber des Jets präsentiert. Putin ordnete an, dass dieser nur in Anwesenheit von "ausländischen Experten" untersucht und ausgewertet werden dürfe.

Der Abschuss der russischen Maschine durch die Türkei an der türkisch-syrischen Grenze am 24. November hatte zu einem schweren Zerwürfnis zwischen Moskau und Ankara geführt. Der Kreml beschloss eine Reihe von Strafmaßnahmen gegen das Land. Von der Untersuchung der Blackbox erhofft sich Russland Aufschluss über die Geschossbahn und die Position des Kampfflugzeugs. Die Türkei hatte den Abschuss damit begründet, dass die Maschine türkischen Luftraum verletzt habe.

Wie der Kreml nun weiter erklärte, waren sich Cameron und Putin bei ihrem Gespräch einig über die "Gefahr", die von der Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) und anderen "Terrorgruppen in der Region" ausgehe. Sie sprachen demnach über eine Kooperation auf Regierungsebene, es blieb aber unklar, ob damit eine Zusammenarbeit beider Armeen oder der Geheimdienste gemeint war. Beide Länder fliegen in Syrien Luftangriffe auf Stellungen von Extremisten.

Video: Funksprüche vor Kampfjet-Abschuss

kev/AFP/dpa

Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 69 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
fredadrett 09.12.2015
1. Türkischer Stadpunkt ist schwer nachzuvollziehen
Die Türkei missachte selbst die Grenzen zu Griechenland (Luftraum) und die Grenzen zum Irak (Bodenkräfte). Somit spielt die Grenzverletzung für den Abschuss als Grund keine Rolle, da muss etwas anderes sein.
alice-b 09.12.2015
2. Nun wird..
es sich evtl. zeigen ob die NATO bzw. der Westen Interesse an der Wahrheit hat. Sollte die BB die Aussagen Russlands bestätigen dann wird es für den "Sultan" politisch eng.
laxness 09.12.2015
3. seit wann....
hat ein Kampfjet ein FDR? Kann ich mir nicht vorstellen. Wenn der in die Hände des Gegners gelangen würde.....
msvanessacheng 09.12.2015
4.
Was soll da ausgewertet werden? Die 17 Sek. Luftraumverletzung sieht man auf den Radars. Es ist offensichtlich, dass die Türken gelauert und sofort geschossen haben. Viel interessanter wäre es die Unterstützung der Türkei für die turkmenischen Rebellen zu beleuchten.
abdullahehrlich 09.12.2015
5. Putin lullt Europa ein und schafft Fakten
Die aggressive Expansionspolitik Russlands kann nur noch von Blinden übersehen werden. Nach außen gibt er den "netten von Nebenan", aber im Hintergrund wird alles militärisch Mögliche aufgefahren. Der Abschuss des Jets an der syrisch-türkischen Grenze wird ebenfalls "verwertet". Litauen, Lettland, Estland, Ukraine, Syrien und dannn Zentraleuropa können sich auf etwas gefasst machen.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.