Schlappe für Trudeau Kanadas Parlament stimmt gegen diplomatische Beziehungen zu Iran

Kanadas Abgeordnete wollen keine Beziehungen zu Iran, verurteilen Ajatollah Ali Khamenei und bezeichnen die Revolutionsgarden als Terrorgruppe. Das Votum widerspricht der Linie von Premier Trudeau.

Kanadische Flagge
REUTERS

Kanadische Flagge


Iran bleibt für Kanada weiter ein Pariastaat: Das Parlament hat einen Vorstoß der Opposition unterstützt und gegen diplomatische Beziehungen zur Islamischen Republik gestimmt. Damit sprachen sich die Abgeordneten mehrheitlich gegen die bisherige Linie des liberalen Premierministers Justin Trudeau aus, der sich um ein besseres Verhältnis zu Teheran bemühte.

In dem Antrag, den der Konservative Garnett Genuis eingebracht hatte, wird Iran unter anderem wegen seiner andauernden Unterstützung von Terrorismus in der ganzen Welt verurteilt. Zudem stimmten die Abgeordneten dafür, die Eliteeinheit der Revolutionsgarden als Terrorgruppe anzusehen.

"Die heutige Abstimmung, die das Regime verurteilt und die Revolutionsgarden als Terrorgruppe einstuft, war historisch", sagte der konservative Abgeordnete Erin O'Toole.

Kanadisches Parlament kritisiert Khamenei

Trudeaus liberale Partei hatte 2015 die Mehrheit im Unterhaus mit einem Abstand von knapp acht Prozentpunkten vor den Konservativen gewonnen. Er selbst ist seitdem Premierminister.

Sein konservativer Amtsvorgänger Stephen Harper hatte den diplomatischen Ton gegenüber Iran verschärft und im September 2012 die kanadische Botschaft in Teheran geschlossen sowie iranische Diplomaten aus Ottawa ausweisen lassen.

In dem nun beschlossenen Antrag wird außerdem der Oberste Führer Irans, Ajatollah Ali Khamenei, für seinen kürzlich ausgesprochenen "Ruf nach einem Genozid des jüdischen Volkes" kritisiert. Zudem wird die Freilassung aller Kanadier und von Staatsbürgern mit ständigem Aufenthaltsrecht in Kanada aus iranischen Gefängnissen gefordert.

dop/dpa

Mehr zum Thema


insgesamt 3 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
axelmueller1976 13.06.2018
1. Eine Niederlage für Trudeau
Vermutlich hat wohl Trump Recht behalten denn die Abgeordneten des kanadischen Parlamentes stimmen voll gegen Ihren Präsidenten.
frankfurtbeat 13.06.2018
2. sind ...
sind wohl auch zu viele fremdgesteuerte Marionetten im kanadischen Parlament. Die USA möchten Energielieferant No.1 werden. Der Iran sitzt mit Katar auf einem riesigen Gasvorkommen ... daran hätte manch einer Gefallen. EIn regime change mit Günstlingen würde den Zugang zu günstigem Rohstoffvorkommen ermöglichen. Das weitere Geschehen in dieser Region kann sich jeder selbst ausmalen ... für mich ist es bereits klar was passeiren wird.
charly25 13.06.2018
3. und da wachen die ersten auf
endlich wacht der erste G6 Schlaefer auf. man hat wohl endlich die Sinnfreiheit des Iran Atomabkommens realisiert. das werden die anderen Beteiligten niemals ueber sich bringen, dann muesste man ja das eigene Versagen eingestehen. besser ein schlechter Deal als gar kein Deal, um das Gesicht nicht zu verlieren. und das iranische Regime fuehrt alle vor und spielt jeden gegeneinander aus.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.