Diplomatische Krise Saudi-arabische Patienten müssen Kanada verlassen

Der Streit zwischen Riad und Ottawa geht weiter: Saudi-arabische Staatsbürger, die sich zur Behandlung in kanadischen Krankenhäusern befinden, müssen diese verlassen. Das hat das Königshaus angeordnet.

Krankenhaus in Toronto
Toronto Star/ Getty Images

Krankenhaus in Toronto


Saudi-Arabien will den Streit mit Kanada nicht ruhen lassen. Alle Programme mit dem nordamerikanischen Land zur medizinischen Behandlung von saudi-arabischen Staatsbürgern seien gestoppt worden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Spa.

Die saudi-arabischen Patienten würden von Krankenhäusern in anderen Ländern aufgenommen. Der Gesundheits-Attaché Saudi-Arabiens für Kanada und die USA, Fahad Al Tamimi, betonte, die Sicherheit der eigenen Staatsbürger und ihrer Angehörigen werde sichergestellt.

Auslöser der Verwerfungen zwischen beiden Ländern war ein kritischer Tweet der kanadischen Außenministerin Chrystia Freeland vom Donnerstag zur Festnahme von Menschenrechtsaktivisten in Saudi-Arabien. Riad reagierte ungewöhnlich harsch, wies den kanadischen Botschafter aus und zog seinen Botschafter aus Ottawa zurück.

Auch Studenten müssen Kanada verlassen

Zudem ließ die Regierung von Kronprinz Mohammed bin Salman über den ihr nahestehenden TV-Sender Al-Arabiya verkünden, dass auch die etwa 15.000 saudi-arabischen Studenten in Kanada ihr Studium woanders weiterführen müssten. Der Handel wurde auf Eis gelegt und die Flüge der staatlichen Fluggesellschaft Saudia nach Toronto eingestellt.

Das Vorgehen Saudi-Arabiens wird von Beobachtern als Versuch gesehen, andere Länder von der Kritik gegenüber dem Land abzuschrecken. Westliche Regierungen - darunter die Bundesregierung und das Weiße Haus - schwiegen zu der Krise bislang, während die arabischen Staaten sich auf die Seite Saudi-Arabiens stellten.

dop/dpa



insgesamt 133 Beiträge
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mistermister 08.08.2018
1. Saudi Arabien dreht durch
Ob Patienten oder Studenten. Kanada kann froh sein, wenn die Saudis das Land verlassen. Immerhin waren 11 der 13 Terroristen vom 11. September Saudis. Beängstigend! Ich würde mir wünschen, dass Saudis nicht mehr in die EU einreisen dürfen, keine Waffenlieferungen mehr erfolgen und keine Ölgeschäfte mehr gemacht werden. Saudi Arabien ist eine Gefahr für uns alle.
Spock2000 08.08.2018
2. Schade
"Westliche Regierungen - darunter die Bundesregierung und das Weiße Haus - schwiegen zu der Krise bislang.." Beschämend.
BSC 08.08.2018
3. Saudi Arabien
Was für ein schwaches Land, welche beleidigten Leberwürste, nein, besser Würstchen, diese Saudis sind. wer so eine Kritik, die nicht unter der Gürtellinie oder sonst etwas war, nicht vertragen kann, ja was macht der eigentlich, wenn es mal derber wird? Hoffentlich halten die westlichen Staaten zusammen und sagen denen, zumindest auf diplomatischem Wege, mal die Meinung. Sachliche Kritik ist auszuhalten, die erfolgreichen Staaten leben von der Kritik, denn sie wollen immer besser werden und Fehler im System oder im Alltagsleben abstellen.
ernstmoritzarndt 08.08.2018
4. Sind die Saudis nicht die besten Freunde?
So geht das immer beim Familienkrach, einer verstößt gegen das Decors, der andere keilt zurück. Im Ernst: Was haben sich unsere Politiker eigentlich von den Saudis und einer Zusammenarbeit mit ihnen vorgestellt? Montags bis Donnerstags Panzer- und Kleinwaffenlieferungen und Fahrt in den Urlaub hin, besonderer Event zum Freitagsgebet "Hinrichtung von Dissidenten auf Öffentlichem Platz", anschließend gibt es ein Abendessen im kleinen Kreise mit einem niederrangigen Vertreter des Königshauses? Für Konzernchefs aus Deutschland und Amerika selbstverständlich mit höheren Chargen?
marialeidenberg 08.08.2018
5. Die Kanadier werden es verkraften.
Und MBS zeigt sich als das, was er ist: Kein Modernisierer, als der er überall annonciert worden ist, sondern ein dünnhäutiger Stammeskrieger, der unverändert in Kategorien wie Vergeltung und Bestrafung denkt und lebt, nicht un-ähnlich einem gewissen Herrn Trump. Die Kliniken auf dessen Territorium können schon einmal ein paar Reservebetten aus den Depots holen.
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