Kandahar Bewaffnete erschießen deutsch-afghanische Politikerin

Blutiger Anschlag im südafghanischen Kandahar: Laut Polizei haben vier bewaffnete Männer eine Frauenrechtsaktivistin erschossen, die auch die deutsche Staatsangehörigkeit besaß. Die Kommunalpolitikerin galt als Gegnerin der Taliban.


Kandahar - Sitara Achaksai war Frauenrechtsaktivistin, Provinzrätin - und Gegnerin der Taliban. Die Jahre der islamistischen Schreckensherrschaft verbrachte sie im deutschen Exil, nach dem Sturz der Taliban kehrte sie in ihre Heimat zurück, um für Frauenrechte zu kämpfen.

Dies ist ihr womöglich zum Verhängnis geworden. Am Sonntag haben nach Polizeiangaben vier bewaffnete Männer Achaksai in der südafghanischen Stadt Kandahar erschossen. Die Kommunalpolitikerin besaß neben der afghanischen auch die deutsche Staatsbürgerschaft, wie ein Mitglied der Frauenvereinigung von Kandahar, Schahida Bibi, erklärte.

Vier Männer fuhren auf zwei Motorrädern vor Achaksais Haus vorbei und schossen auf sie, als sie aus dem Auto aussteigen wollte, teilte der Polizeichef der Provinz Kandahar, Matiullah Chan Qateh, mit. Ein Sprecher der Taliban, Qari Jousef Ahmedi, bekannte sich zu dem Anschlag. Achaksai setzte sich als Mitglied des Provinzrates unter anderem für Frauenrechte ein. Sie habe Frauen ermutigt, sich Arbeit zu suchen und auf gleiche Rechte zu pochen, sagte Bibi.

Unterdessen wurden bei Kämpfen im Süden Afghanistans nach Regierungsangaben mehr als 20 Militante getötet. Die Extremisten griffen am Samstagabend einen Konvoi der afghanischen Streitkräfte in der Provinz Sabul an, wie das Innenministerium mitteilte.

Polizisten seien den Soldaten zu Hilfe geeilt. In den anschließenden Kämpfen mit den Angreifern seien mindestens 22 Extremisten getötet worden. Auch die US-Streitkräfte meldeten den Tod mehrerer Militanter. Die Nato erklärte, am Freitag seien in der Provinz Kunar 18 Aufständische getötet worden.

wal/AP



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