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Kandidatenliste: Blair und Bush für Friedensnobelpreis nominiert

Auf der offiziellen Kandidatenliste für den diesjährigen Friedensnobelpreis finden sich der Papst oder der tschechische Ex-Präsident Vaclav Havel. Aber auch die Irak-Krieger Tony Blair und George W. Bush wurden für die Auszeichnung vorgeschlagen - von einem Norweger.

Britischer Premier Tony Blair, US-Präsident George W. Bush: Mit auf der Liste
REUTERS

Britischer Premier Tony Blair, US-Präsident George W. Bush: Mit auf der Liste

Oslo - Zum Ablauf der Vorschlagsfrist am Sonntag erklärte der Direktor des Osloer Nobelinstitutes, Geir Lundestad, es sei ein "breiter Strom von Nominierungen" eingegangen. Gleichzeitig teilte der norwegische Parlamentsabgeordnete Jan Simonsen mit, dass er Bush und Blair für ihre Rolle bei der Entmachtung des irakischen Diktators Saddam Hussein vorgeschlagen habe. Auch die EU ist - vom früheren norwegischen Regierungschef und Außenminister Thorbjørn Jagland - für ihre Osterweiterung als Frieden stiftende Initiative nominiert worden.

Lundestad wollte über die Zahl der eingegangenen Vorschläge keine Angaben machen, weil sie sich wegen langer Postwege noch ändern könne. Die Entscheidung über die Vergabe des Friedensnobelpreises wird vom fünfköpfigen Komitee jeweils im Oktober getroffen und veröffentlicht. 2003 wurde die iranische Menschenrechtlerin Schirin Ebadi ausgezeichnet. Die Dotierung betrug zehn Millionen Kronen (1,1 Millionen Euro). Vorschlagsberechtigt sind neben Preisträgern unter anderem Parlamentarier aus aller Welt und wissenschaftliche Forschungseinrichtungen.

Wie stets in den letzten Jahren wurden auch 2004 Papst Johannes Paul II., der tschechische Ex-Präsident Vaclav Havel und die Heilsarmee wieder als Kandidaten vorgeschlagen. Letzter deutscher Preisträger war 1971 der damalige Bundeskanzler Willy Brandt (SPD), der für seine Ostpolitik ausgezeichnet wurde.

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