Paris - Kaum einer geht wählen, aber alle schauen auf das Ergebnis: In Frankreich haben am Sonntag die Kantonalwahlen begonnen, in denen die Mehrheitsverhältnisse in den Départements bestimmt werden. Gut 21 Millionen Wahlberechtigte waren dazu aufgerufen. Die Wahl gilt auch als Testlauf für Präsident Nicolas Sarkozy, der 2012 voraussichtlich für eine zweite Amtszeit kandidieren will.
Der Probelauf ging wohl schief: Umfragen zufolge wird die UMP einige Regionen Frankreichs verlieren. Von der Schwäche der Regierungspartei profitiert vor allem die linksgerichtete Opposition - und die rechtsextreme "Front National" (FN) von Marine Le Pen könnte ihre ersten Regionalräte gewinnen.
Da die Wahlen erstmals nicht mit einem anderen Stimmgang zusammenfiel, war die Beteiligung erwartungsgemäß nicht besonders hoch. Kurz vor Schließung der Wahllokale lag sie bei 36 Prozent. 2004 hatte sie um dieselbe Zeit bei mehr als 50 Prozent gelegen. Die Ergebnisse sollen am Montag bekanntgegeben werden.
Die zweite Runde in den Wahlkreisen ohne absolute Mehrheit eines Kandidaten ist für kommenden Sonntag geplant. Derzeit ist die Linke in 58 von bisher 100 Départements - am 31. März kommt die Komoreninsel Mayotte als 101. Département dazu - an der Macht. In etwa 20 Départements könnte die Mehrheit kippen.
Die Wahl hatte in den Medien wegen der internationalen Nachrichtenlage kaum Beachtung gefunden. Auffällig war allerdings, dass die meisten Kandidaten der Regierungsmehrheit auf ihren Plakaten auf das Parteilogo oder einen Bezug zu Präsident Nicolas Sarkozy verzichteten.
can/dpa/dapd
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