Kantonalwahlen: Marine Le Pen glänzt beim ersten Probelauf

Der Urnengang galt als Testlauf: Frankreichs Präsident will 2012 für eine zweite Amtszeit kandidieren - bei den Kantonalwahlen haben seine Ambitionen nun einen Dämpfer erhalten. Umfragen zufolge hat seine Partei verloren - davon profitieren kann der rechtsgerichtete Front National.

Front-National-Chefin Marine Le Pen: Profitiert von der Schwäche der RegierungsparteiZur Großansicht
AFP

Front-National-Chefin Marine Le Pen: Profitiert von der Schwäche der Regierungspartei

Paris - Kaum einer geht wählen, aber alle schauen auf das Ergebnis: In Frankreich haben am Sonntag die Kantonalwahlen begonnen, in denen die Mehrheitsverhältnisse in den Départements bestimmt werden. Gut 21 Millionen Wahlberechtigte waren dazu aufgerufen. Die Wahl gilt auch als Testlauf für Präsident Nicolas Sarkozy, der 2012 voraussichtlich für eine zweite Amtszeit kandidieren will.

Der Probelauf ging wohl schief: Umfragen zufolge wird die UMP einige Regionen Frankreichs verlieren. Von der Schwäche der Regierungspartei profitiert vor allem die linksgerichtete Opposition - und die rechtsextreme "Front National" (FN) von Marine Le Pen könnte ihre ersten Regionalräte gewinnen.

Da die Wahlen erstmals nicht mit einem anderen Stimmgang zusammenfiel, war die Beteiligung erwartungsgemäß nicht besonders hoch. Kurz vor Schließung der Wahllokale lag sie bei 36 Prozent. 2004 hatte sie um dieselbe Zeit bei mehr als 50 Prozent gelegen. Die Ergebnisse sollen am Montag bekanntgegeben werden.

Die zweite Runde in den Wahlkreisen ohne absolute Mehrheit eines Kandidaten ist für kommenden Sonntag geplant. Derzeit ist die Linke in 58 von bisher 100 Départements - am 31. März kommt die Komoreninsel Mayotte als 101. Département dazu - an der Macht. In etwa 20 Départements könnte die Mehrheit kippen.

Die Wahl hatte in den Medien wegen der internationalen Nachrichtenlage kaum Beachtung gefunden. Auffällig war allerdings, dass die meisten Kandidaten der Regierungsmehrheit auf ihren Plakaten auf das Parteilogo oder einen Bezug zu Präsident Nicolas Sarkozy verzichteten.

can/dpa/dapd

Diesen Artikel...
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
Auf anderen Social Networks teilen
  • Xing
  • LinkedIn
  • Tumblr
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Digg
  • reddit
insgesamt 19 Beiträge
sexobjekt 20.03.2011
Solche Wahlausgänge dürften nicht zuletzt auch das Ergebnis ausufernder "political correctness " in Medien und Politik sein. Ein "Normalo" der seine "Umwelt" zum grossen Teil völlig anders wahrnimmt [...]
Solche Wahlausgänge dürften nicht zuletzt auch das Ergebnis ausufernder "political correctness " in Medien und Politik sein. Ein "Normalo" der seine "Umwelt" zum grossen Teil völlig anders wahrnimmt und real erlebt als in den Medien und Politik dargestellt wird, (auch in Frankreich) kann sich nur noch komplett verarscht fühlen. Wer dann Veränderungen möchte, weiß sich vielleicht gar nicht mehr anders zu helfen als Links/Rechtsextrem zu wählen. Eine Schande das es so kommen muß!
ixelloise 20.03.2011
Bei welcher Wahlbeteiligung kann denn eine Wahl als ungültig gelten? 64% der Wahlberechtigten sind aus welchen Gründen auch immer der Möglichkeit einer Wahl ihrer Vertreter fern geblieben. In anderen Teilen der Welt gibt es [...]
Zitat von sysop... war die Beteiligung erwartungsgemäß nicht besonders hoch. Kurz vor Schließung der Wahllokale lag sie bei 36 Prozent. ... http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,752125,00.html
Bei welcher Wahlbeteiligung kann denn eine Wahl als ungültig gelten? 64% der Wahlberechtigten sind aus welchen Gründen auch immer der Möglichkeit einer Wahl ihrer Vertreter fern geblieben. In anderen Teilen der Welt gibt es gerade Tote im Kampf um eine solche Möglichkeit ...
Europa! 20.03.2011
Denk- und Sprachverbote sind der Nährboden für Politikverdrossenheit, Misstrauen, Gerüchte, Verschwörungstheorien und Extremismus.
Zitat von sexobjektSolche Wahlausgänge dürften nicht zuletzt auch das Ergebnis ausufernder "political correctness " in Medien und Politik sein. Ein "Normalo" der seine "Umwelt" zum grossen Teil völlig anders wahrnimmt und real erlebt als in den Medien und Politik dargestellt wird, (auch in Frankreich) kann sich nur noch komplett verarscht fühlen. Wer dann Veränderungen möchte, weiß sich vielleicht gar nicht mehr anders zu helfen als Links/Rechtsextrem zu wählen. Eine Schande das es so kommen muß!
Denk- und Sprachverbote sind der Nährboden für Politikverdrossenheit, Misstrauen, Gerüchte, Verschwörungstheorien und Extremismus.
mardas 20.03.2011
Nein. Fehlinformation und Hetze sind der Nährboden für solches. Political correctness bedeutet eigentlich nur, dass die Medien intelligenter sind als das Leservolk, das durch seine Fehlinformation oder gar Dummheit die tolerante [...]
Zitat von Europa!Denk- und Sprachverbote sind der Nährboden für Politikverdrossenheit, Misstrauen, Gerüchte, Verschwörungstheorien und Extremismus.
Nein. Fehlinformation und Hetze sind der Nährboden für solches. Political correctness bedeutet eigentlich nur, dass die Medien intelligenter sind als das Leservolk, das durch seine Fehlinformation oder gar Dummheit die tolerante und vernünftige Berichterstattung nicht versteht und denkt, sie sei deshalb nicht gerechtfertigt. Will sagen: Die Rechtsextremen haben also die Richtigen gefunden. Die, die eh keine Ahnung hatten.
DorianH 20.03.2011
um das herauszufinden, hilft wohl nur ein blick in das entsprechende französische wahlgesetz. aber da im artikel von evtl. ungültigkeit der wahl wegen zu geringer wahlbeteiligung keine rede ist, kann man wohl davon ausgehen, [...]
Zitat von ixelloiseBei welcher Wahlbeteiligung kann denn eine Wahl als ungültig gelten? 64% der Wahlberechtigten sind aus welchen Gründen auch immer der Möglichkeit einer Wahl ihrer Vertreter fern geblieben. In anderen Teilen der Welt gibt es gerade Tote im Kampf um eine solche Möglichkeit ...
um das herauszufinden, hilft wohl nur ein blick in das entsprechende französische wahlgesetz. aber da im artikel von evtl. ungültigkeit der wahl wegen zu geringer wahlbeteiligung keine rede ist, kann man wohl davon ausgehen, daß es da keine grenze gibt. das recht zu wählen beinhaltet ja schließlich beides: ich kann wählen...ob ich wähle oder nicht.
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Politik
alles aus der Rubrik Ausland
alles zum Thema Frankreich

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Sonntag, 20.03.2011 – 21:35 Uhr
  • Drucken Versenden Feedback
  • Kommentieren | 19 Kommentare






TOP



TOP