Kanzlerin im französischen Wahlkampf Merkels gefährliches Spiel

Angela Merkel unterstützt Frankreichs Präsident Sarkozy mit einem gemeinsamen TV-Auftritt. Den sozialistischen Herausforderer Hollande will sie dagegen nicht empfangen. Ein riskantes Manöver der Kanzlerin - so deutlich hat sich die Bundesrepublik noch nie in die Innenpolitik Frankreichs eingemischt.

REUTERS

Von , Paris


Etwas wird anders sein als bisher, wenn sich Angela Merkel und Nicolas Sarkozy am Nachmittag zu ihrem ersten gemeinsamen TV-Interview im Elysée-Palast vor die Kameras setzen.

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Heft 6/2012
Was ist noch Erschöpfung? Was ist schon Krankheit?

Es wird zwar wie immer um die Euro-Krise gehen, insbesondere um die Frage, ob Griechenland für ein paar Tage gerettet oder doch schon pleite ist, also um all die großen Themen, um deren Lösung sich die Kanzlerin und der französische Staatschef sich seit zwei Jahren bemühen. Es wird die ganz große Show, aufgezeichnet im Salon Murat, einem mit allerlei Goldornament und Spiegeln ausgestatteten Prunksaal.

Doch es wird vor allem auch der erste Wahlkampfauftritt sein, den Merkel für Sarkozy absolviert, und damit ist es der Auftakt zur deutlichsten Einmischung eines Kanzlers in die Innenpolitik eines Nachbarlandes, die es in der Geschichte der Bundesrepublik gab.

Die Kanzlerin hat sich entschieden, dass sie sich mit aller Macht für die Wiederwahl Sarkozys einsetzen will: des Mannes, mit dem sie zu Beginn überhaupt nicht klarkam, an den sie sich aber mittlerweile gewöhnt hat, dem sie vertraut und mit dem sie so etwas wie eine gemeinsame Linie für die Lösung der Krise gefunden hat.

Die Kanzlerin geht damit ein hohes Risiko ein. Sie nimmt vor allem in Kauf, Sarkozys sozialistischen Gegenkandidaten François Hollande zu brüskieren, der nach aktuellen Umfragen am 6. Mai mit klarem Vorsprung gewählt würde und mit dem sie dann zusammenarbeiten müsste.

Sie nimmt aber auch in Kauf, dass die alten Ressentiments gegen das übermächtige Deutschland in Frankreich weiter aufbrechen und dass sie das Land in eine prodeutsche Rechte und eine antideutsche Linke spaltet. Schließlich besteht die Möglichkeit, dass ihre Unterstützung Sarkozy nicht nur nicht hilft, sondern ihm sogar schadet.

Es ist schwer zu sagen, ob Merkel und der CDU-Führung all das bewusst war, als sie den Anfragen aus Sarkozys Umfeld nachkamen, sich für den Amtsinhaber einzusetzen. Im Außenministerium ist es angesichts der offenen Parteinahme der Kanzlerin vielen unwohl - allen voran Außenminister Guido Westerwelle, der dem SPIEGEL sagte: "Die Bundesregierung ist nicht Partei im französischen Wahlkampf."

Die Kanzlerin wird mindestens zwei Wahlkampfauftritte für Sarkozy absolvieren, sie wird auch bei der ersten großen Kundgebung auf der Bühne stehen, wenn der Präsident endlich offiziell seine Kandidatur erklärt hat - voraussichtlich Ende Februar oder Anfang März.



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Seite 1
wehwehwehdievernunft 06.02.2012
1. Vorsicht wäre angebracht
Zitat von sysopREUTERSAngela Merkel unterstützt Frankreichs Präsident Sarkozy mit einem gemeinsamen TV-Auftritt. Den sozialistischen Herausforderer Hollande will sie dagegen nicht empfangen. Ein riskantes Manöver der Kanzlerin - so deutlich hat sie die Bundesrepublik noch nie in die Innenpolitik Frankreichs eingemischt. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,813535,00.html
Sie ist Schröder im Irak-Krieg in den Rücken gefallen und nun benimmt sie sich ähnlich. Es wird Zeit, dass die Leute Merkel als das sehen, was sie ist. Und das ist mit Sicherheit nicht: Kohls Mädchen. Da müssen wir vermutlich weiter zurückgehen.
toskana2 06.02.2012
2. lebensgefährliche Politik
Zitat von sysopREUTERSAngela Merkel unterstützt Frankreichs Präsident Sarkozy mit einem gemeinsamen TV-Auftritt. Den sozialistischen Herausforderer Hollande will sie dagegen nicht empfangen. Ein riskantes Manöver der Kanzlerin - so deutlich hat sie die Bundesrepublik noch nie in die Innenpolitik Frankreichs eingemischt. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,813535,00.html
Soises, Leben war immer lebensgefährlich. Die Politik auch. Zapatero war auch mal bei Wahlveranstaltungen der SPD zugegen. Unser Herr Erdogan machte sogar Wahlkampf in Deutschland - um nur zwei Beispiele zu nennen. Und nun?!
saako 06.02.2012
3. ojemine
Zitat von sysopREUTERSAngela Merkel unterstützt Frankreichs Präsident Sarkozy mit einem gemeinsamen TV-Auftritt. Den sozialistischen Herausforderer Hollande will sie dagegen nicht empfangen. Ein riskantes Manöver der Kanzlerin - so deutlich hat sie die Bundesrepublik noch nie in die Innenpolitik Frankreichs eingemischt. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,813535,00.html
"finanziert durch eine Reichensteuer" das wäre ja das Gegenteil einer Merkelsteuer
DCH 06.02.2012
4. ...
Zitat von sysopREUTERSAngela Merkel unterstützt Frankreichs Präsident Sarkozy mit einem gemeinsamen TV-Auftritt. Den sozialistischen Herausforderer Hollande will sie dagegen nicht empfangen. Ein riskantes Manöver der Kanzlerin - so deutlich hat sie die Bundesrepublik noch nie in die Innenpolitik Frankreichs eingemischt. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,813535,00.html
Angie finde ich ja ganz in Ordnung, aber ich kann nicht verstehen, weshalb sie diesen Giftzwerg unterstützt. Ich hoffe sehr, es handelt sich nur um Taktik, in der Hoffnung, die französischen Medien berichten davon ausführlich, aktivieren in der Bevölkerung antideutsche Ressentiments, dieSarkolein dann ne Menge Stimmen kosten könnten. So gesehen meint es Angie am Ende doch gut mit der Welt.
Erbsenschäler 06.02.2012
5. wenn's schief geht
Zitat von sysopREUTERSAngela Merkel unterstützt Frankreichs Präsident Sarkozy mit einem gemeinsamen TV-Auftritt. Den sozialistischen Herausforderer Hollande will sie dagegen nicht empfangen. Ein riskantes Manöver der Kanzlerin - so deutlich hat sie die Bundesrepublik noch nie in die Innenpolitik Frankreichs eingemischt. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,813535,00.html
ist's doch prima. Frankreich bekommt endlich eine vernünftige Regierung, und die deutschen Anti-Europäer sehen dann endlich, wie toll es sich im isolierten Deutschland wirtschaften und leben lässt. Ich freu mich drauf.
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