Frankreich: Schmiergeldaffäre holt Ex-Präsident Sarkozy ein

Frankreichs Ex-Präsident Sarkozy muss ein Ermittlungsverfahren fürchten: Ihn holt wieder die alte Karatschi-Affäre ein. Die Justiz untersucht die dubiosen Waffengeschäfte seit Jahren - und Sarkozy soll das Untersuchungsgeheimnis verletzt haben.

Frankreichs Ex-Präsident Sarkozy: Karatschi-Affäre und kein EndeZur Großansicht
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Frankreichs Ex-Präsident Sarkozy: Karatschi-Affäre und kein Ende

Paris - Es geht um Waffengeschäfte, Schmiergelder und die Unabhängigkeit der Justiz: Die sogenannte Karatschi-Affäre fesselt Frankreich erneut. Und wieder muss sich der frühere Präsident Nicolas Sarkozy erklären.

Ihm wird vorgeworfen, das Ermittlungsgeheimnis verletzt zu haben, berichtet die Zeitung "Le Monde". Drei Untersuchungsrichter gehen diesen Anschuldigungen nach, sie könnten nun ein formelles Ermittlungsverfahren einleiten. Sarkozy wird von der Justiz bisher hingegen nicht beschuldigt, direkt in die dubiosen Zahlungen rund um das Waffengeschäft verstrickt zu sein.

Der Hintergrund: In der Karatschi-Affäre geht es um den Verkauf von französischen U-Booten an Pakistan, das Geschäft wurde im September 1994 abgeschlossen. Bei dem Deal im Wert von umgerechnet 84 Millionen Euro flossen über Mittelsmänner satte Provisionen nach Paris zurück. Mit einem Teil dieser Gelder soll der Präsidentschaftswahlkampf des damaligen Premierministers Edouard Balladur finanziert worden sein. Rund drei Millionen Euro seien als Bareinzahlung in seine Kasse gelangt. Balladurs damaliger Sprecher war Nicolas Sarkozy.

Sarkozy bestreitet seither jegliche Verwicklung in die Affäre. Zeugen behaupten aber, er habe die Gründung einer Firma in Luxemburg gebilligt, über die das Geld geflossen sein soll. Seit Jahren fragt sich Frankreich daher: Was wusste Nicolas Sarkozy?

Im September 2011, wenige Monate vor der Präsidentschaftswahl in Frankreich, veröffentlichte der Elysée-Palast eine Erklärung zur Karatschi-Affäre - und genau darum geht es bei dem jetzigen drohenden Ermittlungsverfahren gegen Sarkozy. In dem Papier hieß es, der Name Sarkozys tauche in den Unterlagen der Ermittler zu den dubiosen Zahlungen nicht auf.

Der Elysée-Palast hätte die Akten aber eigentlich nicht kennen dürfen - dass er darauf zugegriffen habe, habe die Unabhängigkeit der Justiz verletzt, schreibt "Le Monde".

Die Jahre alte Schmiergeldaffäre wurde noch brisanter durch ein Attentat im Jahr 2002: Damals wurden in Karatschi elf französische Ingenieure bei einem Bombenanschlag getötet - offenbar ein Racheakt für nicht gezahlte Bestechungsgelder. Familienangehörige der Opfer erstatteten Anzeige gegen Sarkozy nach seiner Erklärung 2011. Die französische Justiz ermittelt.

Erst im Herbst hatte ein Untersuchungsrichter auf ein Ermittlungsverfahren gegen Sarkozy verzichtet, der im Mai 2012 aus dem Amt schied. Dabei ging es um mutmaßliche Wahlkampfspenden der L'Oréal-Milliardärin Liliane Bettencourt für Sarkozys Wahlkampf 2007.

kgp/AFP/dapd

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insgesamt 7 Beiträge
Ist eigentlich schon geklärt, ob Gaddafi tatsächlich Herrn Sarkozys ersten Wahlkampf finanziell nicht unerheblich unterstützt hat?
Zitat von sysop... fürchten: Ihn holt wieder die alte Karatschi-Affäre ein.
Ist eigentlich schon geklärt, ob Gaddafi tatsächlich Herrn Sarkozys ersten Wahlkampf finanziell nicht unerheblich unterstützt hat?
deutsch_er 10.01.2013
...die Aufregung nicht. Sarkozy kann doch genau wie sein Ex-Landsmann Depardieu schnell die Staatsbürgerschaft wechseln und Russe werden. Sein alter Freund Putin gibt ihm bestimmt gerne die russische Staatsbürgerschaft. Gerne [...]
...die Aufregung nicht. Sarkozy kann doch genau wie sein Ex-Landsmann Depardieu schnell die Staatsbürgerschaft wechseln und Russe werden. Sein alter Freund Putin gibt ihm bestimmt gerne die russische Staatsbürgerschaft. Gerne erinnern wir uns an das herrliche Besäufnis der Beiden beim G8 Treffen in Heiligendamm 2007. Was haben wir gelacht. Also Sarkozy: Schnell Russe werden!
materialist 10.01.2013
Depardieu ist ein anerkannter Schauspieler.Aber ob die Russen so geschmacklos sind dem verlogenen, hinterlistigen Großmaul Sarkotzi die russische Staatsbürgerschaft zu geben bezweifele ich.
Zitat von deutsch_er...die Aufregung nicht. Sarkozy kann doch genau wie sein Ex-Landsmann Depardieu schnell die Staatsbürgerschaft wechseln und Russe werden. Sein alter Freund Putin gibt ihm bestimmt gerne die russische Staatsbürgerschaft. Gerne erinnern wir uns an das herrliche Besäufnis der Beiden beim G8 Treffen in Heiligendamm 2007. Was haben wir gelacht. Also Sarkozy: Schnell Russe werden!
Depardieu ist ein anerkannter Schauspieler.Aber ob die Russen so geschmacklos sind dem verlogenen, hinterlistigen Großmaul Sarkotzi die russische Staatsbürgerschaft zu geben bezweifele ich.
brux 10.01.2013
Viel U-Boot bekommt man für 84 Mio. nicht. Da fehlt wohl eine Null.
Viel U-Boot bekommt man für 84 Mio. nicht. Da fehlt wohl eine Null.
Warum sollen sie ihm Böses wollen? Nein! Kumpane lassen sich nicht fallen, bis es an den eigenen Kragen geht!
Zitat von sysopFrankreichs Ex-Präsident Sarkozy muss ein Ermittlungsverfahren fürchten: Ihn holt wieder die alte Karatschi-Affäre ein. Die Justiz untersucht die dubiosen Waffengeschäfte seit Jahren - und Sarkozy soll das Untersuchungsgeheimnis verletzt haben. Karatschi-Affäre in Frankreich: Nicolas Sarkozy unter Druck - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/karatschi-affaere-in-frankreich-nicolas-sarkozy-unter-druck-a-876761.html)
Warum sollen sie ihm Böses wollen? Nein! Kumpane lassen sich nicht fallen, bis es an den eigenen Kragen geht!
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  • Donnerstag, 10.01.2013 – 12:24 Uhr
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