Ziele, Parolen, Wahlprozente Rechtsnationale in Europa - der Überblick


Österreich
FPÖ-Politiker Norbert Hofer (r.), Heinz-Christian Strache
DPA

FPÖ-Politiker Norbert Hofer (r.), Heinz-Christian Strache

Es war eine unglaublich enge Entscheidung bei der Stichwahl zum Bundespräsidentenwahl am 22. Mai. Mit 49,65 Prozent der Stimmen unterlag Norbert Hofer nur um Haaresbreite gegen Alexander Van der Bellen. Fast hätten die Österreicher einen Vertreter der Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ) an die Spitze ihres Landes gewählt - das Signal wäre verheerend gewesen. Doch auch so fragen sich viele Beobachter: Wohin steuert das Land, ist es wirklich so gespalten? Neben Hofer verfolgt auch Parteichef Heinz-Christian Strache große politische Ziele, er träumt vom Kanzleramt. Das sind die Ambitionen zweier Spitzenpolitiker der FPÖ, die derzeit so stark ist, dass es dem politischen Establishment des Landes angst und bange wird.

Es war die Flüchtlingskrise, die der FPÖ in die Hände spielte - denn gegen Ausländer machen die Freiheitlichen seit jeher Stimmung. "Keine Unterbringung von Asylwerbern gegen den Willen der Bürger", fordert die Partei. An anderer Stelle behauptet sie, Sozialdemokraten und Konservative hätten beim "Kampf gegen die Fremdenkriminalität" wertvolle Zeit verstreichen lassen.

Die FPÖ profitiert zudem von der Schwäche von SPÖ und ÖVP. Die Große Koalition der beiden Volksparteien ist bei den Bürgern unbeliebt - der Rücktritt von Werner Faymann als Bundeskanzler zeigte zuletzt, wie angeschlagen und ausgezehrt das Regierungsbündnis ist.

Björn Hengst



© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.