Afghanischer Präsident Karzai lobt US-Pläne für Truppenabzug

Seltenes Lob für die USA aus Kabul: Hamid Karzai, der scheidende Präsident Afghanistans, lobt die Pläne für den Abzug der US-Truppen aus seinem Land bis 2016. Eine Bedingung dafür hat er allerdings nicht erfüllt.

Afghanistans Präsident Karzai: "Historische Gelegenheit" für Frieden mit Taliban
DPA

Afghanistans Präsident Karzai: "Historische Gelegenheit" für Frieden mit Taliban


Kabul - Der scheidende afghanische Staatschef Hamid Karzai hat die Pläne der US-Regierung für einen vollständigen Abzug ihrer Truppen aus dem Land bis Ende 2016 begrüßt.

Es sei "eine Hauptforderung des Präsidenten, der Regierung und des afghanischen Volks gewesen", den US-Militäreinsatz zu beenden und heimischen Kräften die Sicherheitsverantwortung zu übertragen, erklärte Karzai. In der Vergangenheit hatteKarzai den Einsatz der USA regelmäßig kritisiert.

Zugleich rief er die radikalislamischen Taliban dazu auf, die "historische Gelegenheit" für einen Friedensschluss zu nutzen. Der internationalen Gemeinschaft dankte Karzai für ihre "Unterstützung".

Die Taliban forderten ihrerseits einen sofortigen Abzug der internationalen Truppen. Die US-Truppen noch zwei weitere Jahre im Land zu lassen, sei "eine Verletzung der Souveränität, der Religion und der Menschenrechte" des afghanischen Volkes.

US-Präsident Barack Obama hatte den vollständigen Truppenabzug bis Ende 2016 angekündigt. Bereits im laufenden Jahr wollen die USA ihre Truppenstärke in Afghanistan von derzeit etwa 32.800 Soldaten auf rund 9800 reduzieren. Als Voraussetzung für die Umsetzung des Plans nannte Obama das Inkrafttreten eines Sicherheitsabkommens mit Afghanistan.

Das zwischen Washington und Kabul mühsam ausgehandelte, aber noch nicht unterzeichnete Abkommen ist in Afghanistan umstritten, weil es unter anderem vorsieht, dass sich US-Soldaten bei Vergehen nur in der Heimat vor Gericht verantworten müssen. Karzai weigerte sich, die Übereinkunft zu unterzeichnen.

Obama zählt nun darauf, dass die beiden Kandidaten für die Nachfolge Karzais zur Unterzeichnung des Abkommens bereit sind. Am 14. Juni sollen die Afghanen in einer Stichwahl zwischen dem früheren Außenminister Abdullah Abdullah und dem ehemaligen Weltbank-Ökonomen Ashraf Ghani über ihren neuen Staatschef entscheiden.

Alle ausländischen Kampftruppen sollen bis Ende 2014 aus Afghanistan abziehen. Eine internationale Ausbildungs- und Unterstützungsmission soll das Land in den folgenden Jahren jedoch weiter stabilisieren. Aus Deutschland sind derzeit noch knapp 2600 Bundeswehrsoldaten in Afghanistan stationiert.

ade/AFP

insgesamt 9 Beiträge
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Rubyconacer 29.05.2014
1. Antikinderminen der Sowjets
Die Sowjets haben sich schon Anfang der Achtziger die Zähne in Afghanistan ausgebissen. Warum sollte es der modernen Staatengemeinschaft im Kampf gegen Terror anders ergehen?
Overseasreader 29.05.2014
2. Die Klausel im Sicherheitsabkommen
zwischen der USA und Afghanistan, dass amerikanische Truppen bei einem Vergehen nur in ihrem Heimatland angeklagt werden duerfen, ist genau der Grund, warum ich an Karza'is Stelle auch nicht unterschreiben wuerde. Die grosse "Weltmacht" wie Obama sich tituliert ist ja auch zu feige, sich dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag zu unterstellen. Die wissen schon warum, ich nenne nur Guantanamo!
dr.dax 29.05.2014
3.
Raus da; asap! Lasst sie hungern und sich gegenseitig abschlachten, diese Ziegenf..... HVT's kann man ohne weiteres ,so wie in Pakistan, mit Drohnen oder falls noetig mit Spezialkraeften eliminieren. Die Gesundheit unserer Soldaten ist viel zu wertvoll als sie fuer die Zivilisierung dieser gescheiterten Kultur zu riskieren!
limubei 29.05.2014
4. man stelle sich vor ....
US Amerikaner würden nach afghanischen Gesetz verurteilt. Andersrum verurteilen die US Behörden alles und jeden, wenn ihnen danach zu Mute ist. Auch die Todesstrafe ohne Gerichtsverhandlung wird rapp zapp verhängt und ausgeführt. Was imme man von Karzai hält, in diesem Punkte sollte er standhaft bleiben. Und wenn "Alle" raus sind, dann sollen die Afghanen sich die Köppe einschlagen oder auch nicht. Und die Taliban sollten gleich mal wieder den Mohnanbau stoppen. Weltweiter Produktionsanteil weit grösser als 90%. KArzai Airlines und "befreundete" der Firma fliegen das Zeugs zu den Verbrauchern. Strassenvolumen >> als 1000 Mrd us$.
postorgel 29.05.2014
5. was dieser korrupte karzai sagt
ist doch völlig belanglos. sobald die amis's weg sind, hängt er am Baum. wir sollten nicht einen jeden Euro deutsches Steuer Geld mehr in dieses korrupte islamistenregime verschwenden. seit 12 Jahren verpulvern wir 20 Milliarden Euro und es hat absolut nichts gebracht. nicht einmal die opiumfelder wurden vernichtet.
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