Spanien Kandidat für Amt des katalanischen Regionalpräsidenten in Haft

Am Samstag wollte Jordi Turull katalanischer Regierungschef werden. Aber daraus wird wohl nichts: Einen Tag vor der erneuten Abstimmung in Barcelona wurden er und vier weitere Separatisten inhaftiert.

Jordi Turull (r.)
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Jordi Turull (r.)


Die spanische Justiz hat fünf weitere katalanische Unabhängigkeitsbefürworter festgenommen. Darunter sei auch der Kandidat für das Amt des Regionalpräsidenten, Jordi Turull, teilte der Oberste Gerichtshof in Madrid mit. Turull wollte sich am Samstag erneut im Parlament in Barcelona zur Wahl stellen. Bei den anderen Festgenommenen handelt es sich um die ehemalige Parlamentspräsidentin Carme Forcadell und drei frühere Regionalminister.

Bereits zuvor hatte der Gerichtshof mitgeteilt, dass Turull und zwölf weiteren Katalanen wegen "Rebellion" der Prozess gemacht werden soll. Darauf stehen bis zu 30 Jahre Haft. Marta Rovira, die Generalsekretärin der linksnationalistischen Partei ERC, gab unterdessen bekannt, Spanien verlassen und ins Exil gehen zu wollen. Auch sie gehört zu den Angeklagten, Rovira ignorierte am Freitag allerdings eine Vorladung des Obersten Gerichtshofs.

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Die Zentralregierung in Madrid hatte am 27. Oktober die direkte Kontrolle über Katalonien übernommen und die Regionalregierung abgesetzt, nachdem das Parlament in Barcelona die Unabhängigkeit Kataloniens erklärt hatte. Bei der von Madrid angeordneten vorgezogenen Neuwahl des katalanischen Regionalparlaments am 21. Dezember verteidigten die Unabhängigkeitsbefürworter ihre absolute Mehrheit.

Das katalanische Parlament konnte sich bislang nicht auf einen Nachfolger des ins Exil geflohenen Carles Puigdemont an der Spitze der Regionalregierung einigen. Turull verpasste am Donnerstag die erforderliche absolute Mehrheit. Bei der zweiten Wahlrunde am Samstag wäre nur noch eine einfache Mehrheit nötig gewesen.

aev/AFP

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