Abspaltung von Spanien Guardiola ruft Katalanen zum Ungehorsam auf

Pep Guardiola ist einer der prominentesten Verfechter für die Unabhängigkeit Kataloniens von Spanien. Bei einer Demonstration in Barcelona wählte er nun besonders kämpferische Worte.

Pep Guardiola bei Demo in Barcelona
DPA

Pep Guardiola bei Demo in Barcelona


Seit Jahren macht sich Ex-Bayern-Trainer Josep "Pep" Guardiola für die Unabhängigkeit Kataloniens von Spanien stark. Nun steht das anvisierte Datum für ein Referendum in der Region - und der heutige Coach des englischen Erstligisten Manchester City findet deutliche Worte.

Auf einer Kundgebung rief er zu Ungehorsam gegenüber der Zentralregierung auf. "Wir werden am 1. Oktober über unsere Zukunft abstimmen, auch wenn der spanische Staat das nicht möchte", sagte er am Sonntag vor Tausenden Demonstranten in Barcelona.

Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy hat mehrfach betont, man werde die Abtrennung der wirtschaftsstärksten Region des EU-Landes unter keinen Umständen zulassen. Ungeachtet des Widerstandes der Zentralregierung und früherer Verbote des Verfassungsgerichts hatte das Regionalparlament die Abstimmung im vorigen Herbst beschlossen. Der Befragungstermin war erst am Freitag vom katalanischen Regierungschef Carles Puigdemont verkündet worden.

Guardiola bat am Sonntag "Europa und die Welt" um Unterstützung für Katalonien "gegen die Übergriffe eines autoritären Staates". Die Demokratie sei in Spanien bedroht, rief er unter lautem Jubel. An der von mehreren Verbänden und Parteien organisierten Demonstration nahmen neben Guardiola weitere katalanische Persönlichkeiten des Sports, der Wirtschaft und der Kultur teil.

Guardiola hat schon häufiger öffentlich seine Unterstützung für die Separatisten erklärt. Im Sommer 2014, damals noch in Diensten des FC Bayern München, nahm er an einer Demonstration auf dem Berliner Alexanderplatz teil, bei der die Unabhängigkeit Kataloniens gefordert wurde.

Trainer Guardiola auf Demo in Berlin (2014)
REUTERS

Trainer Guardiola auf Demo in Berlin (2014)



insgesamt 160 Beiträge
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hackmackenreuther 11.06.2017
1. Blödsinn
Genau die falsche Richtung. Europa muss enger zusammenrücken und nicht in Kleinststaaten auseinanderfallen. Die Katalanen, wie auch die Basken sollten erkennen, dass die Zeiten der Unterdrückung unter Franco vorbei sind. Niemand will die regionalen Kulturen verbieten.
Isemar 11.06.2017
2. Unglaublich
Wenn Sie schon Unabhängigkeit wollen, dann bitte auch raus aus dem europäischen Bündnis. Wir sollten näher zusammenrücken. Das geht eindeutig in die falsche Richtung. Was bin ich in diesem Punkt froh deutscher zu sein. Bayern würde nicht ernsthaft auf so eine dumme Idee kommen, obwohl sie ähnliche Gründe anbringen könnten.
no_reservations 11.06.2017
3. warum
ist es scheinbar weniger ein Problem, wenn 7,5 Mio. Katalanen einen eigenen Staat haben wollen, wie wenn 20-30 Mio. Kurden in größtenteils eh von Kriegen zerrütteten Regionen das gleiche Recht für sich beanspruchen wollen? Gleiches gilt sicher auch für die ewige Diskussion um Palästina. Kommt es auf die Größe der Lobbygruppe und die Prominenz der Unterstützer an oder welches Kriterium lässt einen Wunsch nach einem eigenen Staat berechtigter erscheinen?
think-twice! 11.06.2017
4. Guardiola loco
eine Unabhängigkeit wäre völliger Blödsinn und würde der EU einen weiteren Kostgänger bescheren. Guardiola mag was von Fussball verstehen, von Wiftschaft und Politik sicherlich nicht.
dancar 11.06.2017
5. Barcelona spielt dann aber nur in Katalonien!
Ich bin ein Gegner der Unabhängigkeit weil das gleiche könnte ja auch Bayern verlangen...ist unsolidarisch. Sollte es aber dazu kommen, dann würde ich Barca von der spanischen Liga ausschließen; da würde Pep aber "dumm aus der Wäsche schauen".
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