Generalstreik Anhänger der Separatisten legen Verkehr in Katalonien lahm

Sie blockieren Straßen und Gleise: Befürworter der katalanischen Unabhängigkeit protestieren gegen Dekrete aus Madrid. Das spanische Verfassungsgericht hat derweil die Unabhängigkeitserklärung für nichtig erklärt.

Straßenblockade in Katalonien
Townsen/ EPA-EFE/ REX/ Shutterstock

Straßenblockade in Katalonien


Bei einem Generalstreik in der spanischen Region Katalonien haben Demonstranten mehrere Straßensperren errichtet und eine Eisenbahnlinie zeitweilig lahmgelegt. Auf den Straßen in die Regionalhauptstadt Barcelona bildeten sich lange Staus, Busse und Bahnen boten teilweise nur einen Notdienst an.

In Barcelona wurde der Verkehr von Demonstranten unter anderem auf der Avinguda Diagonal, einer der wichtigsten Straßen der Regionalhauptstadt, behindert. Ein TGV-Hochgeschwindigkeitszeug von Barcelona nach Frankreich kam nicht weiter und musste zurückfahren.

Der Betrieb in Geschäften und Unternehmen sowie der öffentliche Nahverkehr schien dennoch weitgehend normal zu laufen. Dem Aufruf zur Arbeitsniederlegung seien zunächst nur wenige gefolgt, berichteten spanische Medien wie die Zeitung "El País".

Nach der einseitigen Unabhängigkeitserklärung Kataloniens am 27. Oktober hatte die spanische Regierung die Regionalregierung abgesetzt und die Verwaltung der autonomen Region übernommen. Acht katalanische Politiker sitzen wegen des Vorwurfs der Rebellion in U-Haft. Das spanische Verfassungsgericht annullierte die Unabhängigkeitserklärung zum Generalstreik als "verfassungswidrig und nichtig", wie eine Sprecherin in Madrid mitteilte.

Zu dem Streik aufgerufen hatte die Gewerkschaft CSC, die eine Unabhängigkeit Kataloniens von Spanien unterstützt. Mit der Aktion wollte die Gewerkschaft gegen Unsicherheit auf dem Arbeitsmarkt und ein Dekret der Zentralregierung in Madrid protestieren, das eine einfachere Verlegung von Firmenstandorten aus Katalonien ermöglicht. Weitere Gruppen, die die Unabhängigkeit anstrebten, schlossen sich an.

Bereits am Freitag hatten Tausende für die Freilassung der Ex-Minister demonstriert. Ex-Regionalpräsident Carles Puigdemont und vier weitere Politiker hatten sich nach Brüssel abgesetzt. Für den 21. Dezember wurden Neuwahlen in der autonomen Region angesetzt.

apr/dpa/AFP/Reuters



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